Exkursion ins Frauenholz lieferte viele neuen Informationen

Am 30.06.2017 konnten Bundesförster Ingo Meierjürgen (Revierleiter) sowie FFH-Gebietsbetreuer Hartmut Schmid und Raimund Schoberer von BN bei der Exkursion in das Frauenholz bei Oberhinkofen über 60 interessierte Teil-nehmer begrüßen. Der Waldumbau und ein Appell an wild fahrende Enduro Fahrer und Besitzer wildernder Hunde waren Thema.

15.07.2017

Download der Pressemitteilung:  PM

 

Raimund Schoberer begrüßte die über 60 Teilnehmer; darunter auch den ersten Bürgermeister von Obertraubling; BN-Mitglied; Rudolf Graß. Das große Interesse an der Natur-Exkursion sei toll.

Schoberer führte aus, dass die Naturerbefläche eine wichtige Bereicherung für den Großraum Regensburg sei und hier in den nächsten Jahren und Jahrzenten ein richtiges Naturjuwel entstehe. Ziel seien auch Wildnisflächen, so wie es sie im gesamten Landkreis nicht gebe. Die BN Exkursionen starten jährlich jeweils von anderen Startpunkten des rund 500 Hektar großen Areals. Dieses Jahr stehe der Waldumbau im Mittelpunkt.

Bundesförster und Revierleiter Ingo Meierjürgen berichtete von den aktuellen Maßnahmen zum Waldumbau. Ziel sei ein artenreicher Mischwald mit einem Fichtenanteil von nicht mehr als 10%. Aktuell ist gebietsweise die Fichte noch dominant. Wegen des Klimawandels ist sie aber nicht nur im Frauenholz auf dem Rückzug. Die Standortbedingungen durch Wärme und längere Trockenphasen schädigen die Fichte und fördern den Borkenkäfer. Im Frauenholz wolle man aber nicht Borkenkäfer-Eldorado sein, sondern aktiv den Waldumbau befördern. Dazu werden Fichten aus dem Bestand genommen und regelrechte „Lichtinseln“ entstehen. Über Samenanflug kommen dann Ahorn, Buche, Eiche und viele andere Gehölze hoch; ganz natürlich. Diese Flächen werden dann nicht mehr bewirtschaftet und können sich hoffentlich über Jahrhunderte selbst zu Wildnisgebieten entwickeln.

Hartmut Schmid rundete die Exkursion mit viel anschaulichen Beiträgen zu Specht, Fleder-, Haselmaus und Co. ab. In normalen Forsten käme auf 10 Hektar ein für das Ökosystem besonders wichtiger Schwarzspecht vor; hier im Frauenholz seien die Grundlagen viel besser. Die Teilnehmer konnten imposante Höhlen- und Totholzbäume sehen – und auch eine wohl gut 500 Jahre alte Eiche – also schon zur Zeiten der Entdeckung Amerikas an Ort und Stelle - die als besonderes Naturdenkmal im Frauenholz unter besonderem Schutz steht.

Am Schluss der Exkursion wurden durch die Teilnehmer noch einige Themen angemeldet: Unangeleinte Hunde, die unbeaufsichtigt in sensiblen Bereichen Hasen, Fasanen und seltene Bodenbewohner aufscheuchen, werden nicht selten beobachtet und  sind ein Problem; genauso wie einzelne „Wilde“, die meinen mit PS-Stärken durch das Gebiet rasen zu müssen. Meierjürgen und Schoberer appellieren, die Natur zu respektieren, auf den Wegen zu bleiben und Hunde an die Leine zu nehmen. Enduro-Fahrer und wildernde Hunde sind fehl am Platz. Erst kürzlich erfolgte eine Anzeige einer Enduro-Gruppe auf Basis von eindeutigen Fotos.

Weiter Infos auch auf der Seite des Bund Naturschutz:  www.regensburg.bund-naturschutz.de  und unter  der DBU Naturerbeseite „Frauenholz:  https://www.dbu.de/nnn/media/010217015946_598174.pdf