MenuKreisgruppe RegensburgBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Energiewende ohne Stromautobahnen

Die Forderung des bayerischen Wirtschaftsministeriums nach neuen Stromautobahnen durch Bayern hält der BUND Naturschutz für ein Ablenkungsmanöver. Der dezentrale Ausbau der Windenergie in Bayern und die Nutzung des Sonnenstroms auf den Dächern aller geeigneten Gebäude sowie Energiesparen und Energieeffizienz können einen aufwändigen Transport von Strom aus dem Norden in dem Süden ersparen.
Im Herbst 2010 hat das Bundeswirtschaftsministerium eine Stromstudie erstellen lassen, mit dem Namen „Projekt 12-2010“, angefertigt von der Prognos AG. Die Studie diente damals im Oktober 2010 der Bundesregierung als Rechtfertigung für die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke. Eckdaten der Studie sind:

  • Ausbau Kohlekraftwerke mit CCS, der unterirdischen  Speicherung von CO2
  • Stopp für Kraftwärmekopplung und Fernwärme
  • Stopp des Ausbaus von Wind- und Sonnenstrom ab 2020 – aber Ausbau von Off-shore-Windparks als Investitionsprojekte für die großen Energieversorgungsunternehmen.

Leider war diese Studie auch die Grundlage für das Stromversorgungsszenario, das die Bundesnetzagentur im Sommer 2011 in der Öffentlichkeit präsentierte. BUND und BN hatten damals diesem Szenario widersprochen und stattdessen Stromsparen, Dezentralität und Energieeffizienz mit Kraftwärmekopplung bei der Stromproduktion gefordert. Unsere Forderungen wurden jedoch nicht übernommen. 

Nach den Vorgaben des Bundeswirtschaftsministeriums in der Prognos-Studie legen nun die vier großen privaten Netzbetreiber (Tennet, 50Hertz, Amprion und TransnetBW – ehemalige Töchter von E.ON, Vattenfall, RWE und EnBW) den Netzentwicklungsplan „NEP 2012“ vor, zur Bewertung durch die Bundesnetzagentur. Der Plan beinhaltet vier große Stromautobahnen von Nord nach Süd. Bis zum 10. Juli kann sich jeder zu den Plänen äußern - Link zur Webseite des Plans siehe unten.

Der BUND Deutschland arbeitet gemeinsam mit dem BN Bayern derzeit eine kritische und ablehnende Stellungnahme aus und wird diese baldmöglichst an die Bundesnetzagentur senden und veröffentlichen.

Unsere Forderung: Erstellen eines neuen Szenariorahmens mit folgenden Kernpunkten:

  • Stromsparen statt Strom verschwenden.
  • Dezentralität statt zentrale Großunternehmen der Stromproduktion
  • Bürgerenergie und kommunale Stadtwerke in Bayern statt Großunternehmen
  • Ausbau von Windenergie in Bayern statt ausschließlich off-shore Windparks in Nord- und Ostsee.
  • Ausbau der Fotovoltaik in Bayern statt Kürzung im EEG.
  • Ausbau und Modernisierung der Verteilernetze für Haushalts- und Mittelspannungsstrom.
  • Intelligente Stromproduktion in Lastfolgebetrieb, dezentral in Blockheizkraftwerken.
  • Energiespeicherung über Kraftwärmekopplung

Mehr Info

 

Für Rückfragen.

Herbert Barthel

Referent für Energie und Klima

Bund Naturschutz in Bayern e.V.

Tel. 09 11 / 8 18 78 26

herbert.barthel(at)bund-naturschutz.de