Klimawandel

2007 war ein recht turbulentes Jahr, nicht nur, weil das Wort des Jahres „Klimakatastrophe“ lautete. Worte, wie Strom- und Erdgaspreiserhöhung, Oil Peak uvm. waren nicht minder beunruhigend.

Anfang des Jahres organisierte der AK Energie in der Greenpeace-Gletscherausstellung im EBW einen Infostand. In den Vorträgen war zu hören, wie sich der Temperaturanstieg auf die Gletscherlandschaft auswirkt. So sind viele Gegenden, z.B. am Fuße des Himalayas, vom Gletscherwasser abhängig. Fehlt es, drohen Hungersnöte und große Dürren.

Dass der CO2-Anstieg menschlich verursacht ist, ist mittlerweile von fast allen Wissenschaftlern zu hören. Und der Anstieg nimmt zu! Schließlich verbrennt die Menschheit an einem Tag so viel Kohle, Erdgas und Erdöl wie die Natur in 500000 Tagen angesammelt hat. Das muss Folgen haben!

Trotzdem gibt es (nur) einige Klimaskeptiker, die u.a. in Privatfernsehsendern Gehör finden. Dort konnte man bei genauerer Analyse sehen, wie der Zuseher manipuliert wird. Viele der so genannte „Experten“ haben eine verdächtige Nähe zu fossilen Industrien.

 

Eine gute, ausführliche Gegenüberstellung dieser Argumente steht unter:

 

www.pik-potsdam.de/~stefan/alvensleben_kommentar.html

 

Auch wenn man immer noch nicht an den Klimawandel glaubt, gibt es einen weiteren Grund, sich Gedanken über regenerative Energien zu machen:

 

Rohstoffsituation

 

Laut der Energy Watch Group sind die weltweiten Ölreserven vermutlich um 25 % zu hoch angesetzt. Bis 2030 wird sich daher aus geologischen Gründen die jährliche Ölproduktion etwa halbieren.

Das heißt: Erdöl und Erdgas werden noch teurer werden. Wahrscheinlich teurerer als wir uns alle dies vorstellen möchten. Vor allem, wenn die Erdölfelder in der Nordsee langsam an Ergiebigkeit verlieren. 2007 mussten übrigens Nationen, die früher als erdölexportierende Nationen galten, wie Indonesien oder Mexiko, Erdöl importieren.

Aber auch die Angaben über Kohlereserven sind mehr als zweifelhaft. So stammen jüngste Schätzungen der chinesischen Reserven von 1992, das Land fördert aber jedes Jahr ca. 1,9% seiner Reserven, Tendenz steigend.

Mit dem Maximum der weltweiten Kohleförderung wird spätestens 2025 gerechnet. (siehe www.energiekrise.de)

 

Schon allein deswegen ist für die bundesweite Errichtung von neuen Kohlekraftwerken ein betriebswirtschaftliches Fiasko vorprogrammiert. Kraftwerke, die für 50 Jahre gebaut sind, werden nach 20 Jahre keine Importkohle mehr haben, denn dann brauchen diese Länder, wie China, Indien, Russland oder Australien, ihre Kohle selbst!

Klimapolitisch sind diese Kraftwerke sowieso ein Desaster.

 

Um solche finanziellen Abenteuer zu vermeiden, ist es zwingend notwendig eine 100% Versorgung mit regenerativen Energien aufzubauen.

Hieß es früher: „Willst du in die Steinzeit zurück?“, wenn man sich mit alternativen Energien beschäftigt hat, so heißt es jetzt: „Fördere Regenerative, DAMIT wir nicht in die Steinzeit zurück fallen!’

Wind, Biogas und vieles mehr, gepaart mit einem guten Energielastmanagement und vielen neuartigen, aber auch bewährten Energiespeichern können dies bewältigen.

Der regenerative Weg wird preiswerter, sauberer und zukunftssicherer sein als der fossile!

Und er muss schnell beschritten werden!

 

So plant England bis 2020 eine Wind-Off-shore-Kapazität von 10 bis 33 GW aufzustellen. Eine gewaltige Zahl, vor allem, wenn man bedenkt, dass GB eine erdölfördernde Nation ist. Es bauen große heimische EVUs, die früher Windkraft stark kritisierten, im Ausland ganze Windparks!

 

Energieeffizienz steigern

 

Wenn Strom- und Wärmekosten jährlich bis zu 10% steigen, lohnen sich Investitionen in die Energieeffizienz. Sie sind scheinbar teurer, aber der Betrieb wird um so preiswerter und klimaschonender werden.

Der AK Energie konnte mit neuartigen LED-Leuchten (32 Stück) durch die Ersetzung von Halogenleuchten ca. 2000 kWh pro Jahr einsparen. Durch ca. 30 Zwischenstecker mit Schalter konnten bei Waschmaschinen, Radios, Espressomaschinen u.a. ca. 800 kWh / a eingespart werden.

Voraussetzung für eine sinnvolle Steigerung der Energieeffizienz ist das Wissen, wie viel Energie man verbraucht. Notieren Sie daher monatlich ihren Energieverbrauch.

 

 

Hocheffiziente Heizungspumpen

 

In unseren Kellern schlummert eine gewaltige Stromeinsparmöglichkeit. Heizungspumpen pumpen ständig Wasser, um für uns Wärme oder Warmwasser in unser trautes Heim zu transportieren. Mit unterschiedlichem Energieaufwand, so brauchen pro Jahr ungeregelte Heizungspumpen mehr Strom als ein Elektroherd, geregelte Heizungspumpen verbrauchen schon weniger, mit den neuesten Effizienz- Pumpen verbraucht man nur ca. 60 – 150 kWh pro Jahr.

Alle diese Pumpen in Deutschland zusammen verbrauchen soviel Energie wie der gesamte inländische Schienenverkehr mit allen U- und S-Bahnen. 15 Milliarden kWh!!

Schicken Sie dem AKE per eMail ihre Erfahrungen über ihre Heizungspumpen, wo ein Pumpenwechsel klappte, welcher Installateur gut war, welche Pumpen verwendet wurden, uvm. Ihre Erfahrungen interessieren viele und es können viele von den Erfahrungen profitieren!

 

Stromwechsel – denkbar einfach!

 

Der alte Glaube, dass Ökostrom zu teuer ist, stimmt nicht mehr! Nach den letzten Strompreiserhöhungen ist der Unterschied nicht mehr vorhanden.

20 Cent pro kWh Ökostrom ist Realität, und das von einem sehr guten Stromanbieter, der seinen Strom von Neuanlagen erzeugt! Einige geben auch einen Rabatt für Mitglieder vom BN.

Setzen Sie ein Zeichen und wechseln Sie zu einem Ökostromanbieter! Zeigen Sie ihrer Umgebung und ihren Nachfahren, dass Sie die Zeichen der Zeit erkannt haben! Siehe auch www.atomausstieg-selber-machen.de

 

 

Pedelec-Tour Hesselberg

 

Um eine Möglichkeit von effizienter und klimafreundlicher Mobilität zu testen, radelte ich mit einem sog. Pedelec von Regensburg zum alljährlichen Umweltseminar auf dem Hesselberg und wieder zurück.

Echte Radler rümpfen beim Thema Elekroräder zwar die Nase. Trotzdem:

Für die Gesamtstrecke von 380 km brauchte das Pedelec ca. 1 kWh Strom. Ein Liter Benzin hat den Energieinhalt von ca. 10 kWh.

Der eingebaute Rückenwind in Form von 2 Li-Ionen-Mangan-Akkus mit jeweils 10 Ah Kapazität half mir, die 180 km Heimfahrt in ca. 6¾ Stunden zu bewältigen, 2 Stunden schneller als normal. Abends hatte ich dann noch die Kraft für einen Tanzkurs.

Es wird spannend, ob und wie sich in den nächsten Jahren Pedelecs durchsetzen werden. Zielgruppen sind Zusteller, wie die Post, oder auch Pendler, die 25 km gerne mit dem Rad zurücklegen würden.

Ohne Feinstaub, mit geringsten CO2-Emissionen und fast keinen Betriebskosten.

Ein ausführlicher Fotobericht über die Tour wird dieses Jahr in der Zeitschrift „Radfahren – Aktiv“ veröffentlicht!

 

PÖL-Stammtisch

 

Beim PÖL-Stammtisch war vor allem ein Thema wichtig. Die angebliche mutagene Wirkung von Pflanzenöl im Motorbetrieb. Seltsam mutete bei der Meldung an, dass diese mutagene Wirkung angeblich nur bei Rapsöl, nicht aber bei Diesel oder bei Biodiesel zu finden war. Da von der FH Coburg wenig Informationen über den Versuchsaufbau zu finden waren, lud der PÖL-Stammtisch die Regensburger Firma Bioltec zu einem Vortrag ein. Die Firma berichtete von einer eigenen Abgasmessung eines Euro5-LKWs mit weitaus geringer Schadstoffbelastung als beim Dieselbetrieb. Von diesem Versuch gibt es eine ausführliche Beschreibung und von dieser Veranstaltung existiert eine DVD, die gerne angefordert werden kann.

Beunruhigend waren für mich auch Meldungen, dass Biosprit klimaschädigender sein soll als normales Benzin. Der Düngereinsatz beim Mais- und Rapsanbau sollen das klimaschädigende Lachgas (N2O) verursachen. Doch gedüngt wird auch bei Weizenmehl für Brot und für Viehfutter, die Lösung des Problems wäre der ökologische Anbau für Raps, Weizen und Mais. Dies hätte eine große positive Auswirkung auf das Klima.

Bisweilen hörte ich auch diese Kritik von Leuten, die selbst ein sogenanntes schweres SUV (Sport-Utitlities-Vehicle) fahren. Diesen möchte ich entgegnen, dass Biosprit z.Z. verstärkt verwendet werden muss, weil Erdöl teurer und rarer wird und weil es eben diese wahrhafte spritschluckende Monster auf den Straßen gibt.

 

Dies ist eine sehr stark gekürzte Zusammenfassung von ca. 30 eMails und Dokumenten, die dieses Jahr von der ake_bn_rgbg@gmx.de verschickt wurden. Wer diese Infos auch erhalten will, braucht es nur mit einem email kundtun!

 

Ein schönes klimafreundliches Jahr wünscht

Jürgen Häublein mit dem AK Energie