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Antrag auf Ausweisung von 12 mächtigen, alten Eichen sowie einer Linde als Naturdenkmal nach §28 BNatSchG am Abbachhof, Gemeinde Wenzenbach, Landkreis Regensburg

Vorbemerkung:

Der Abbachhof ist ein Jahrhunderte altes, die Kulturlandschaft prägendes Element, dessen Erhalt geschützt werden sollte. Zentral im Hof steht eine ca. neunhundert Jahre alte romanische Kapelle, die unter Denkmalschutz steht. Der Hof wird seit Jahrzehnten nicht mehr landwirtschaftlich bewirt-schaftet und wird derzeit von den Pächterinnen liebevoll im Sinne des Natur- und Artenschutzes gepflegt und hat sich seither zu einem wertvollen Biotop entwickelt. Er ist eingerahmt von mehreren mächtigen alten Eichen und einer breiten, natürlich aufgewachsenen Hecke. Er ist wesentlicher Teil der Vernetzung von wertvollen umgebenden Landschaftsbestandteilen (Graben mit Hecke, Feuchtbiotope und Waldränder).

15.07.2026

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Lage des Schutzobjektes:

Die 12 alten Eichen und die Linde befinden sich auf dem Gelände des sog. Abbachhofes auf Grundstück FlNr. 402 der Gemarkung Grünthal II in der Gemeinde Wenzenbach, Landkreis Regensburg.

Begründung der Schutzwürdigkeit:

Der Abbachhof liegt zentral in einem großen Bereich, der durch traditionelle Kulturlandschaft geprägt ist. Im Süden und Osten grenzt ein geschlossenes Waldgebiet von etwa 5 km² an, das von keiner befestigten Straße durchschnitten ist. Im Norden und Westen grenzt ein etwa 2 km² messender landwirtschaftlich genutzter Bereich an, der ebenfalls von keiner befestigten Straße durchzogen ist. Ein erheblicher Teil der landwirtschaftlichen Flächen wird im Sinne des Ökolandbaus bewirtschaftet. Zudem ist das System von Flurwegen in diesem Bereich sehr lückig, so dass zwischen den Wegen umfangreiche Ruhe- und Rückzugszonen für die Tierwelt bestehen.

In dem genannten Waldgebiet liegt ein stabiles Vorkommen des Schwarzspechtes vor. Daneben sind Beobachtungen des Springfrosches dokumentiert. Im Saumbereich zum Offenland liegen regelmäßig Brutvorkommen von Pirol und der in Bayern stark gefährdeten Turteltaube vor. Daneben existiert eine Beobachtung aus 2025 über eine Brut des in Bayern vom Aussterben bedrohten Wendehalses. Darüber hinaus wird dieser Bereich regelmäßig von verschiedenen Fledermausarten als Jagdhabitat genutzt.

Im Grenzbereich zwischen Wald und Offenland liegen zwei naturnahe Teiche, die regelmäßig Amphibienlaichplätze darstellen.

Im beschriebenen Offenlandbereich besteht ein seit Jahrzehnten stabiles Vorkommen der in Bayern gefährdeten Feldlerche (20 – 25 Brutpaare). Daneben gibt es regelmäßig Hinweise auf Bruten der in Bayern gefährdeten Wachtel. Hier liegen auch zwei umfangreiche Feldgehölz- und Heckenstrukturen, in denen regelmäßig u.a. der im Naturraum seltene Neuntöter brütet.

In dem gesamten beschriebenen Bereich existiert keine einzige künstliche Lichtquelle, so dass ein umfangreicher Landschaftsausschnitt ohne direkte „Lichtverschmutzung“ vorliegt, wodurch insbesondere für nachtaktive Insekten eine entscheidende Gefährdungsursache ausgeschlossen ist.

Naturschutzfachliche Bewertung des Schutzobjektes:

- Landschaftsbild:

Der Bestand der 12 alten Eichen einschließlich der Linde erzeugt eine von weitem sichtbare, landschaftsprägende Wirkung. Im Zusammenspiel mit den weiteren Gehölzstrukturen am Abbachhof, wie Hecken- und Gebüschzonen, sowie der Dachlandschaft der alten Gebäude entsteht ein Bild einer althergebrachten Kulturlandschaft, das in unserer übrigen heutigen Landschaftsstruktur eine Seltenheit darstellt. An der Südostecke des Abbachhofes steht eine ca. 150 Jahre alte neugotische Wegekapelle, an der regelmäßig Andachten und Fußwallfahrten abgehalten werden. Die Lage dieser Kapelle direkt an den beschriebenen Gehölzstrukturen und inmitten der geschilderten Kulturlandschaft unterstreicht den spirituellen Wert des kleinen Gotteshauses.

- Ökologische Bewertung:

In zahlreichen Fachliteraturstellen ist belegt, dass gerade in alten Eichen mehrere hundert, in Einzelfällen bis zu 1500 Insektenarten leben, darunter häufig seltene und gefährdete Arten. Bereits einer alten Eiche kommt somit ein bedeutendes Gewicht im Artenschutz und für die Erhaltung eines artenreichen Insektenbestandes zu. Daneben profitieren zahlreiche Flechten und Moosarten von derartigen Bäumen. Da im vorliegenden Fall nicht nur eine, sondern 12 alte Eichen auf engem Raum stehen, die zudem durch weitere Hecken- und Gebüschstrukturen verbunden sind, ist davon auszugehen, dass die beschriebene Bedeutung für den Artenschutz in hohem Maße wirksam ist. Zudem bieten die ausladenden Kronen der Bäume Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Regelmäßig sind während der Brutzeit – neben anderen Vogelarten – Rufe von Turteltaube und Pirol aus diesen Baumkronen zu verzeichnen. Zur Zeit des Vogelzuges bietet dieser Baumbestand ein Rastgebiet für zahlreiche Vogelarten. Der Bereich der Baumkronen wird nachts intensiv von jagenden Fledermäusen zur Nahrungssuche genutzt.

- Bedeutung für das Mikroklima

Das dichte Wurzelsystem einer alten Eiche kann bis zu 40 000 Liter Wasser speichern, um Dürrezeiten zu überstehen. Der Tagesbedarf einer mächtigen Eiche an Wasser beträgt bis zu 200 Liter pro Tag, von dem der allergrößte Teil verdunstet wird. Dadurch ergibt sich ein wirksamer kühlender Effekt in der Landschaft, der – insbesondere unter Betrachtung des Klimawandels – der umgebenden Natur und auch dem Menschen zu gute kommt. Da es sich hier um 12 alte Eichen handelt, ist dieser Effekt entsprechend verstärkt zu betrachten.

Nach den Stammumfängen (in Brusthöhe gemessen: zwischen 170 cm und 560 cm) zu urteilen, dürften mehrere der Eichen bereits Jahrhunderte alt sein; möglicherweise waren sie schon ansehnliche Bäume zur Zeit des dreißigjährigen Krieges, und sind daher auch als Zeitzeugen der Geschichte von größter Bedeutung.

Fazit:

Das Zusammenspiel von sehr altem Baumbestand mit dem unter Denkmalschutz stehenden romanischen Sakralbau aus dem 12. Jahrhundert einschließlich dem übrigen Gehölz- und Heckenbestand und der alten Wegekapelle ergibt ein einzigartiges Ensemble in der vorliegenden Kulturlandschaft, das außerordentlich erhaltungswürdig ist.

Der beschriebene alte Baumbestand am Abbachhof ist – wie oben dargelegt – in hohem Maße schutzwürdig aber auch schutzbedürftig. Als Umgriff für den Schutzgegenstand sollte unbedingt der gesamte Wurzelbereich der Bäume, der den Umfang der Krone regelmäßig überschreitet, mit einbezogen werden. Eine landwirtschaftliche Nutzung nach guter fachlicher Praxis, wie derzeit an manchen Stellen praktiziert, steht dem Schutzziel nicht entgegen. Untersagt werden sollten jedoch Grabungen oder das Ausbringen von Stoffen, die das Wurzelwerk schädigen können.

Antrag: 

Wir bitten das Landratsamt Regensburg - untere Naturschutzbehörde –, die Unterschutzstellung der 12 alten Eichen sowie der großen Linde als Naturdenkmal im Sinne des Ensembleschutzes nach §28 BNatSchG in die Wege zu leiten und baldmöglichst auszuweisen. 

Mit freundlichen Grüßen

Gez.                         Gez.                               Gez. 

Raimund Schoberer              Hans Lengdobler           Dr. Albrecht Muscholl-Silberhorn

Vors. KG Regensburg       Stellv. Vors. KG R        Stellv. Vors. KG R