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Hitzewelle: Bäume schützen Bürger*innen in Regensburg vor Hitze

Die aktuelle Hitzewelle zeigt: Städte und Gemeinden brauchen mehr natürlichen Hitzeschutz. Bäume spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und tragen dazu bei, die Folgen zunehmender Hitze für die Bevölkerung abzumildern. Die Mein-Baum-App hilft, Bäume zu schützen.

01.07.2026

Info-Link: 
www.bund-naturschutz.de/mein-baum

Die anhaltende Hitze belastet derzeit viele Menschen in Regensburg. Besonders in dicht bebauten Wohngebieten heizen sich Straßen, Plätze und Wohnungen stark auf und kühlen nachts oft nur langsam ab. 

„Ein wirksamer Schutz gegen Hitze im direkten Wohnumfeld sind Grünflächen, vor allem aber Bäume. Sie spenden Schatten und sorgen dafür, dass es unter ihrer Krone und im Umfeld spürbar angenehmer bleibt. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, dass sich die Umgebung weniger stark aufheizt. Gerade in dicht bebauten Stadtvierteln macht das an heißen Tagen und in warmen Nächten einen großen Unterschied“, erklärt Angela Nunn der BN-Kreisgruppe Regensburg.

In Gegenden mit vielen Bäumen ist die Luft meist mehrere Grad kühler. Das hat eine BN-Untersuchung gezeigt, bei der Unterschiede innerhalb Münchens von bis zu 3°C messbar waren – jeweils im Schatten gemessen (siehe hier). Der BN hat 2019 außerdem eine Meta-Studie in Auftrag gegeben. Demnach liegt in mitteleuropäischen Großstädten die Temperatur im Jahresmittel etwa 2°C über der Temperatur im nicht bebauten Umland, wobei die Differenz in Sommernächten bis zu 15°C betragen kann.

Eine Studie der ETH Zürich, die Satellitendaten aus 293 europäischen Städten auswertet, zeigt zudem, dass städtische Grünanlagen mit Bäumen in Mitteleuropa einen zwei- bis viermal stärkeren Kühlungseffekt haben als Grünflächen mit Rasen, Wiese oder Beeten. Möglich wird das vor allem dadurch, dass Bäume Wasser aufnehmen und über ihre Blätter verdunsten. Deshalb ist es wichtig, vorhandene Bäume zu erhalten und neue zu pflanzen. 

„Wir sind dem Hitzeinseleffekt nicht schutzlos ausgeliefert. Mit mehr Grün, neuen Bäumen und zusätzlicher Verschattung lassen sich der Aufenthalt im Freien und auch das Wohnumfeld deutlich angenehmer gestalten. Gleichzeitig müssen wir den vorhandenen Baumbestand konsequent schützen und erhalten“, so Frau Nunn.

Um Stadtbäume langfristig zu sichern, braucht es gute Kenntnisse über ihren Bestand und ihren Zustand. Genau hier setzt die Mein Baum App an. Mit der kostenlosen Smartphone- und Web-App können Bürger*innen Bäume in Städten und Dörfern erfassen sowie Angaben zu Standort, Baumart und Zustand dokumentieren.

„Je mehr wir über die Bäume in unseren Städten und Gemeinden wissen, desto besser können wir sie schützen. Die Mein Baum App ermöglicht es Bürger*innen, Bäume zu melden, Veränderungen zu dokumentieren und so wertvolle Daten für den Schutz und die klimaangepasste Entwicklung vor Ort bereitzustellen“, sagt Angela Nunn.

Das Citizen-Science-Projekt verbindet Bürgerwissenschaft mit praktischem Engagement. Nutzer*innen können bestehende Einträge ergänzen, Beobachtungen aktualisieren und sich mit anderen Baumfreund*innen vernetzen. Die gesammelten Daten helfen dabei, Wissenslücken zu schließen und Veränderungen im Baumbestand sichtbar zu machen.

„Bäume sind keine Kulisse, sondern ein wichtiger Teil der kommunalen Daseinsvorsorge in Zeiten der Klimakrise. Wer Stadtbäume schützt, schützt Gesundheit, Lebensqualität und Biodiversität. Deshalb laden wir die Bürger*innen in Regensburg ein, bei der Mein Baum App mitzumachen und die Bäume vor ihrer Haustür genauer in den Blick zu nehmen“, betont Frau Nunn abschließend.

Info-Link: 
www.bund-naturschutz.de/mein-baum