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Presseinformation - Schlämmteiche: Der BUND Naturschutz Regensburg sieht große fachliche Defizite bei der aktuellen Umsetzung der erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen an den Schlämmteichen

... und befürchtet, dass die dortige Artenvielfalt dauerhaft Schaden nimmt.

08.10.2026

Regensburg, den 06.10.2026
Seit über 11 Jahren appellieren, demonstrieren und werben BUND Naturschutz und weitere Umweltverbände zusammen mit vielen Bürgerinnen und Bürgern für den Erhalt dieses für die Artenvielfalt wichtigen Areals.

Zwei riesige Hallen wurden im Außenbereich zu Lasten von Umwelt und Natur genehmigt. Ein weitergehender Bebauungsplan (Nr. 195 „Südlich der Kremser Straße“), der zusätzlich zwei weitere riesige Hallen zentral vorgesehen hat, wurde vom BUND Naturschutz beklagt. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat mit Beschluss vom 29.04.2026 diesen Bebauungsplan aufgehoben.

Der BUND Naturschutz begrüßt diese Entscheidung unter anderem zugunsten bedrohter Amphibien und Vögel. Dadurch wird dieses für die Artenvielfalt in Regensburg äußerst wertvolle Areal in seiner ökologischen Funktionsfähigkeit erhalten. Aktuell wird jedoch versucht, gegen den wegweisenden Beschluss Revision einzulegen. Das Bundesverwaltungsgericht wird darüber entscheiden müssen.
Dem Gericht war in der mündlichen Verhandlung besonders wichtig, dass sich sowohl die untere als auch die höhere Naturschutzbehörde gegen die Zerstörung der artenschutzrechtlich besonders wertvollen sogenannten CEF-Kassetten 15 und 16 ausgesprochen haben.

Raimund Schoberer und Albrecht Muscholl Silberhorn vom BUND Naturschutz konstatieren: „Seit Jahren wird mit den beiden schon gebauten Hallen sicher viel Geld verdient. Wir erwarten im Gegenzug, dass die artenschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen, insbesondere im Bereich der Kassetten 15 und 16, ordnungsgemäß und ohne Verzögerung umgesetzt werden. Das setzt voraus, dass die CEF-Kassetten durchgehend und den Vorgaben entsprechend nass gehalten werden. Stadtverwaltung und Investor sind das dem Artenschutz schuldig.

Aktuell sind die CEF-Flächen nahezu trocken gefallen.

Wir befürchten einen irreparablen Schaden, da offene Wasserflächen nicht nur für Brutvögel im Frühjahr, sondern auch für Durchzügler und Wintergäste bedeutsam sein können. Ein Fernbleiben wertgebender Arten könnte selbst nach Wiederherstellung der Vernässung die Folge sein, wenn die Tiere in der aktuellen Saison einen entwerteten Lebensraum vorfinden und in Zukunft meiden. Die Wiedervernässung muss deshalb umgehend in Angriff genommen werden.

Wir werden uns weiter für den Erhalt dieses ökologisch besonders wertvollen Areals einsetzen!
Natur und Umwelt brauchen eine starke Stimme.

Historie
• Schon mit Schreiben vom 09.07.2013 haben sich Herr Seidemann (ehem. 1. Vors. LBV Rgbg.), Herr Schoberer (1. Vors. BN Rgbg.) und Herr Prof. Dr. Hauska erstmals an das Umweltamt der Stadt Regensburg mit der Bitte um Einbindung in den Planungsprozess und Einrichtung eines Runden Tisches gewandt. Es folgten weitere Anläufe u.a. beim damaligen Umweltbürgermeister Huber.

Im Ergebnis wurde uns am 30.07.2015 von der Stadt mitgeteilt, dass eine reguläre Verbändebeteiligung im Rahmen des Aufstellungsverfahrens vorgesehen sei. Anfang 2016 erfolgte dann im Zusammenhang mit der Genehmigung der zweiten Halle ein erneuter Anlauf und die Zusage vom damaligen OB Wolbergs, einen Runden Tisch einzurichten. Leider wurde diese Zusage nicht eingehalten. Letztendlich durfte der BN zusammen mit dem LBV dann erst im regulären Verfahren Stellung nehmen.

Diese Stellungnahme wurde vollumfänglich „weggewogen“. Der BN hatte dagegen Klage eingereicht, wurde durch Herrn RA Teßmer und Fr. RAin Mihatsch von der Kanzlei PNT Partner gut vertreten und hat mit der Gerichtsentscheidung am 29.04.2026 die Klage gewonnen.

• Es gibt aus Sicht des BN gute Alternativen, bebaubares Areal befindet sich in unmittelbarer Umgebung. Besser wäre aber, endlich den übermäßigen Flächenverbrauch hier in Regensburg und andernorts zu stoppen.