Pressemitteilung zum Hitze-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe – im Rahmen des bundesweiten Hitzeaktionstages am 11. Juni
- während der Hitzewelle Ende Mai machte Regensburg mehrere Tage Schlagzeilen als die heißeste Stadt Deutschlands!
- beim Beschirmungsgrad durch große Bäume und höhere Vegetation, der ein Maß für die Beschattung im Stadtgebiet ist, hat Regenburg sogar die rote Ampel bekommen!
- auch beim Baumverlust (2018-2025) sieht es nicht gut aus: 2873 Einzelbäume gingen verloren (rechnerische Annäherung)!
- und zusätzlich fehlt bis Anfang Juni der Niederschlag: Von Ende Februar bis Ende Mai hat es in Regensburg nur rund 40 Liter je Quadratmeter (l/m²) geregnet. Üblich wären über 120 l/m² bzw. 150 l/m². Seit Anfang Juni regnet es vermehrt; aber dann verbunden mit Unwettern mit Windbruch, kurzen Starkniederschlägen und Bodenerosion.
Es besteht also dringender Handlungsbedarf insbesondere da die Stadt Regensburg aufgrund ihrer ungünstigen topografischen Lage schon bisher besonders schlechte Hitze- und Trockenheitsbedingungen als andere Orte hat und der Klimawandel diese noch mehr verstärkt.
Wenn in „kühleren“ Städten Bäume verloren gehen, ist das schlecht, wenn in Regensburg kein Turnaround vom Baumverlust hin zu mehr Bäumen gelingt, wird die Lebensqualität für Mensch, Tier und Pflanze immer belastender.
Es braucht:
- mehr Bäume in der Gesamtstadt nach der 3-30-300-Regel.
- einen Stopp beim Verlust von klimarelevanten Grünflächen oder schattenspendenden Einzelbäumen wie z.B. durch den in Aufstellung befindlichen BBP217 (Stadtwald an der Lilienthalstraße). Der BN begrüßt es, wenn Bürgerinnen und Bürger sich für den Schutz von Bäumen einsetzen.
- eine neue grüne und blaue Infrastruktur bis hin zu neuen öffentlichen Parkanlagen, Grünzügen (Odessapark; Römerpark, …) und Erhalt und Stärkung der grünen Achsen.
- Entsiegelung wo immer möglich. Regensburg hat hier sehr viele unnötig versiegelte Flächen.
- aktiven und nachhaltigen Klimaschutz durch Jede und Jeden, eine private wie auch öffentliche Energie- und Mobilitätswende!
Ergänzende Info Teil 1:
Besonders Städte wie Regensburg oder Nürnberg sind vom Klimawandel besonders betroffen.
Siehe Seite 7: Bayerns Klima im Wandel: Klimaregion Donau
Seit Ende Februar bis Anfang Juni -also innerhalb von gut drei Monaten- hat es in Regensburg nur rund 40 Liter je Quadratmeter (l/m²) geregnet, in Kelheim sogar nur gut 30 l/m². Üblich wären über 120 l/m² bzw. 150 l/m² siehe:
- https://www.nid.bayern.de/ bzw. https://www.nid.bayern.de/niederschlag/donau_bis_passau/regensburg-wst-10776/tabelle
Das ist in der Niederschlagserfassung seit über 50 Jahren einmalig wenig. Das ist nur rund 1/4 bis 1/5 der durchschnittlichen 3-Monats-Regenmenge. Dazu kommt noch, dass der Wind in dieser Zeit die Böden zusätzlich ausgetrocknet hat.
Seit Juni regnet es häufiger, dann aber oft kurz und stark, verbunden mit Starkwind, Windbruch, Bodenerosion:
Durch den Klimawandel verstärken sich Extremwetterlagen. Der Fahrplan zur Treibhausgasreduktion der aktuellen Bundesregierung wurde erst diese Woche vom Expertenrat für Klimafragen für unzureichend erklärt. Besonders das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie öffnet wieder Pfade zur Nutzung fossiler Brennstoffe. Zu allem Überfluss hat nun der Bundestag aktuell die Ticketsteuer für Flüge reduziert, selbst für Kurzstreckenflüge. Gerade auch der CO2-Ausstoß beim Fliegen ist mit verantwortlich für den Klimawandel. Da bleibt nur der Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: bitte auf das Fliegen verzichten.
Die Flora - egal ob Kulturpflanzen oder Wald oder Wiese in freier Natur oder in der Stadt die Stadtbäume - kämpft überall um das wenig verbliebene Wasser. Auch die Fauna - Vögel, Amphibien, Hase, Igel & Co.- leidet. Es ist daher wichtig, dass dort, wo weit und breit kein natürliches Gewässer ist, kleine Wasserstellen geschaffen und betreut werden.
Notwendige kurz- bzw. mittelfristige Maßnahmen:
Konsequenter Wasserrückhalt in der Landschaft: Renaturierung und Entgradigung der Bäche, Flüsse und Auen, Beendigung flächiger Drainagen, Renaturierung und Wiedervernässung der Feuchtgebiete, Verbesserung der Böden und ihrer Wasserspeicherfähigkeit.
Überschüssiges Regenwasser aus dem Siedlungsbereich zur Anlage neuer Feuchtlebensräume nutzen.
Durchgrünung der Siedlungsbereiche und Wasserrückhalt in Schwammstädten. Stadtbäume in Trockenperioden bewässern. Keine Mahd öffentlichen Grüns in Trockenperioden
Erhalt und Schutz von Bäumen insbesondere in Siedlungsbereichen. Das ist besonders wichtig auch im Stadtbereich von Regensburg, da Regensburg aufgrund seiner Lage besonders stark vom Klimawandel betroffen ist.
Stärkung des Biotopverbunds mit Zielvorgaben auf Landkreisebene
Wiederherstellung der seit 1950 verfüllten Kleingewässer und Feuchtflächen, wo immer möglich. Verrohrte Fließgewässer öffnen damit sie als feuchte Achsen Rückzugsgebiete für die Tierwelt bilden.
Erhalt und Umbau der Wälder zu mehr Naturnähe, Anpflanzung von Hecken für ein feuchteres Lokalklima
Ergänzende Info Teil 2:
Hitzewellen, tropische Nächte, aufgeheizte Wohnungen, Einrichtungen und Arbeitsräume machen uns Menschen zu schaffen. Darauf macht der bundesweite Hitzeaktionstag am 11. Juni unter Beteiligung von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, Krankenkassen und Verbänden aufmerksam. Der BUND Naturschutz (BN) ist Partner des Aktionstages.
„Die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Hitzeperioden gefährden die Gesundheit der Bevölkerung“, erklärt Dr. Angela Nunn von der Kreisgruppe Regensburg. „Wie allgemein bekannt ist, sind insbesondere Personengruppen mit erhöhtem Risiko, wie ältere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Menschen mit Behinderungen, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder stark gefährdet. Die mit Hitze einhergehenden psychischen und physischen Belastungen wirken sich aber auch bei völlig gesunden Menschen aus, beispielsweise auf die Arbeitsfähigkeit.“
Der wirksamste Schutz gegen die Hitze sind Bäume – insbesondere in den Städten. So wirken Straßenbäume und Parks als natürliche Klimaanlagen. Durch Verdunstung von Wasser von der Blattoberfläche kühlen sie ihre Umgebungstemperatur an heißen Tagen um mehrere Grad Celsius, außerdem spenden sie Schatten.
Trotzdem verschwinden Jahr für Jahr viele Bäume für immer aus dem Stadtbild. Bis zu 300.000 waren es in Bayerns größten Städten zwischen 2012 und 2022. Demgegenüber standen 250.000 Neupflanzungen im gleichen Zeitraum. Bis diese die Funktionen großgewachsener Bäume erfüllen können, wird es aber noch Jahrzehnte dauern.
„In Stadtzentren ist es in Sommernächten nicht selten bis zu 10 Grad Celsius wärmer als auf dem Land. Deshalb ist vor allen in den Städten der Schutz von Stadtnatur und Bäumen wichtig. Umso erstaunlicher, dass nur wenige Gemeinden Baumschutzverordnungen haben, viele Baumkataster sind lückenhaft“, so Raimund Schoberer.
Hier setzt die App „Mein Baum“ an. Gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). Bürger*innen können zum Schutz von Stadtbäumen beitragen. Über die gleichnamige kostenlose Smartphone- und Web-App können Nutzer*innen Bäume kartieren und Angaben zu Art, Zustand und Standort machen. „Mit unserem Projekt schaffen wir ein starkes Netzwerk für den Schutz unserer Stadtbäume. Bürgerwissenschaft kann hier ganz konkret helfen, Wissenslücken zu schließen und Maßnahmen voranzubringen“, betont Raimund Schoberer abschließend.
Info-Link:
www.bund-naturschutz.de/mein-baum
https://hitzeaktionstag.de/



















































