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Geplantes Umspannwerk Wenzenbach - BUND Naturschutz Regensburg fordert mehr Transparenz und eine Alternativenprüfung, die ihren Namen verdient

Wie mehrfach gemeldet, plant die Firma Tennet ein Umspannwerk nördlich von Regensburg. Ursprünglich waren vier sog. Suchräume im Dreieck zwischen Regensburg, Wenzenbach und Zeitlarn im Visier der Planer. Welche Kriterien letztendlich zur Entscheidung führten, die Fläche A2 westlich des Abbachhofs (Gemeinde Wenzenbach) auszuwählen, verrät Tennet nicht. Es heißt pauschal lediglich, dieser Raum eigne sich „besonders im Hinblick auf raumordnerische und umweltfachliche Belange“. Der BUND Naturschutz Regensburg fordert mehr Transparenz, die Nennung der Entscheidungsgrundlagen und eine Alternativenprüfung, die ihren Namen verdient; auch zur Unverzichtbarkeit des Vorhabens und ggf. zum notwendigen Umfang.

22.01.2026

Auch Wenzenbachs Bürgermeister Sebastian Koch kritisiert die Art und Weise des Such- und Auswahlprozesses der Fa. Tennet gleichfalls: „Dass die Flächenwahl das Ergebnis der aufwendig angekündigten Auswahlkriterien ist, kann ich nicht erkennen.“

Das Kriterium „Flächenverfügbarkeit“ war offensichtlich das Totschlagargument für alle anderen Aspekte, vor allem die des Naturschutzes und der Erholungsfunktion. Aber auch die schwere Zugänglichkeit und der fehlende Straßenanschluss spielten offenbar keine Rolle.

Mit dem Suchraum C1 östlich des bestehenden Gewerbegebiets Halsbach gleich neben der B16 steht ein Areal zur Verfügung, das weder die ökologische Wertigkeit der Areale bei Wenzenbach noch eine Bedeutung als Naherholungsgebiet besitzt. Nach Information des BUND Naturschutz ist es weitgehend im Besitz der Stadt Regensburg, die Hauptnutznießer eines Umspannwerks sein wird. Dieses Areal wäre zudem sehr leicht an das bestehende Straßennetz anzubinden (neben der B16, nahe am Gewerbegebiet Haslbach), was besonders für den Bau eines Umspannwerks, aber auch für den Betrieb von hoher Bedeutung ist.

Das nun gewählte 21 ha große Areal westlich des Abbachhofs hat eine hohe Bedeutung für die Naherholung für die ortsansässige Bevölkerung. Dieses Gebiet ist v.a. für Zeitlarn die einzige und letzte Möglichkeit zur Naherholung und damit für die Lebensqualität der Bürger essenziell.

Obwohl diese Freifläche bisher ackerbaulich genutzt wird, zeigt sich, dass dieser Raum dennoch von großer Bedeutung für den Artenschutz ist. Dies ist durch mehrere Besonderheiten des Areals begründet:

  • Im gesamten Gebiet gibt es keine befestigten Straßen mit größerem Verkehrsauf­kommen. Dadurch bleibt das Gebiet von den Auswirkungen des motorisierten Verkehrs (Störung, Lärm, Verkehrsopfer) verschont, die insbesondere in der Nacht zu erheblichen Gefährdungen der Tierwelt führen würden.
  • Es liegt nur ein sehr dünnes Flurwegenetz vor. Dadurch sind die zwischen den Wegen liegenden Bereiche, in denen keine Störungen durch Fußgänger und Radfahrer und vor allem durch mitgeführte Hunde erfolgen, regelmäßig mehrere hundert Meter breit. Diese Ruhezonen sind für die Tierwelt insbesondere für erfolgreiche Bruten von essentieller Bedeutung.
  • In der gesamten Freifläche existiert keine einzige künstliche Lichtquelle, welche die biologischen Rhythmen der Fauna stören könnte (Stichwort „Lichtverschmutzung“). In unserer heutigen, von erheblicher Zersiedelung geprägten Landschaft sind derartige Dunkelgebiete von hoher Bedeutung für die Fauna. Die Fläche ist im Osten über biologisch besonders artenreiche Saumstrukturen verzahnt mit einem geschlossenen Waldgebiet, das ebenfalls durch keine Verkehrswege durchschnitten wird. Auch in diesem Bereich existiert keine einzige künstliche Lichtquelle, so dass zusammen mit der Freifläche eine etwa 9 km² große Ruhezone ohne Lichtverschmutzung vorliegt.
  • Die Freifläche wird durch das Vorhandensein zweier großer hochbedeutsamer Hecken- bzw. Feldgehölzbiotope biologisch aufgewertet.
  • Der gewählte Suchraum wird bisher größtenteils biologisch bewirtschaftet. Dies erklärt die relativ hohe Insektenvielfalt und –biomasse, die wiederum Nahrungsvoraussetzung für viele Vogelarten bedeutet.
  • Ungestörte Gebiete von derartiger Größe sind in der heutigen Kulturlandschaft – insbesondere in der Nähe einer Großstadt – als große Besonderheit schutzwürdig und im Interesse der Tierwelt, aber auch der erholungssuchenden Bevölkerung, unbedingt zu erhalten.

Von verschiedenen Seiten wurde mehrfach eine Alternativenprüfung gefordert und auch der Nachweis, dass das Umspannwerk überhaupt erforderlich ist. Diese hat Tennet bislang abgelehnt. Ebenso weisen die Planer eine Variante mit Gasisolierung zurück, die einen erheblich kleineren Platzbedarf hätte (s. a. MZ vom 18.8.2025).

Wenn ein Umspannwerk im Raum nördlich von Regensburg in dieser Dimensionierung wirklich erforderlich ist, so muss es an einem Standort entstehen, der weit weniger Natureingriff bedeutet und der verkehrsmäßig und logistisch günstig gelegen ist. Der Suchraum C1 beim Gewerbegebiet Haslbach würde aus Sicht des BUND Naturschutz auf Basis des derzeitigen Kenntnisstandes diese Kriterien deutlich besser erfüllen. Die gewählte Fläche beim Abbachhof ist ungeeignet. Ein Umspannwerk an dieser Stelle wird strikt abgelehnt!

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