MenuKreisgruppe RegensburgBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Rückblick 2019

Bahnhofstraße

Der Ausbau des ersten Abschnittes der Bahnhofstraße wurde zum Jahresende fertig gestellt. Wie berichtet, wurde im Zuge des geplanten Rad- und Fußgängerüberweges entlang der Bahnbrücke die Bahnhofstraße ausgebaut und ein kombinierter Rad- und Fußweg errichtet. Zusammen nimmt der Verkehrsweg nun ca. 11 m ein und ist damit nun doppelt so breit wie vorher. Dazu mussten eine Reihe von Bäumen und viel Buschwerk entfernt werden. Wir hatten uns gegen den Ausbau in der Größenordnung ausgesprochen, wie in den letztjährigen BN-Notizen berichtet. Bereits während des Ausbaus und danach erreichten uns Stimmen, wie schade es um die dafür gefällten Bäume ist und wie überdimensioniert jetzt doch die Straße anmutet. Klar ist es jetzt Winter und die Bäume nicht grün wie im Sommer davor. Und klar ist die neue Rad- und Fußgängerbrücke über die Donau noch nicht errichtet, der Verkehr zu den Gewerbeflächen und zum Ortskern hält sich nach wie vor in Grenzen – nach wie vor erschließt sich die Notwendigkeit des Ausbaus in der Breite bisher nicht.

Der erste Bauabschnitt reicht bis über den Wertstoffhof hinaus ortseinwärts und verschonte die beiden stattlichen Bäume bei der Pizzeria. Der restliche Teil der Bahnhofstraße soll nicht unmittelbar, aber zu einem späteren Zeitpunkt ausgebaut werden. Wir hoffen und werden uns dafür einsetzen, dass der Ausbau moderat erfolgt und nicht zu weiterem größerem Baumverlust führt. Insbesondere gibt es eine Reihe von Eschen am zum Bahndamm hin grenzenden Straßenrand, die eher selten vorkommen. Wir sprechen uns dafür aus, dass hier nur ein Gehsteig gebaut wird, der Radverkehr auf der Straße fließt und durch Schutzstreifen auf der Fahrbahn gekennzeichnet wird. Zudem sollte dieser Teil der Straße als Radfahrerstraße ausgewiesen werden, d.h., der Radverkehr hat dann vor dem motorisierten Verkehr Vorrang.

Erhalt der Artenvielfalt

Das Volksbegehren „Artenvielfalt & Naturschönheit in Bayern“, das zu Beginn des Jahres erfolgreich war, fand auch viele Unterstützer in der Gemeinde Sinzing (22,1 %, bayernweit 18,3 %). Das nahm die Gemeinde Sinzing zum Anlass, zunächst Vereine und Verbände, so auch den BN, zu einem Runden Tisch „Artenschutz“ einzuladen, um die verschiedenen Standpunkte auszutauschen und auszuloten, wie alle in der Gemeinde zum Artenschutz beitragen können. Im Mai veranstaltete die Gemeinde schließlich eine Bürgerveranstaltung, bei der die Gemeinde und die Verbände Möglichkeiten zum Artenschutz aufzeigten. Konsens war, dass jeder einen Beitrag leisten kann und muss. So können die Bürger ihre Gärten naturnah gestalten, die Gemeinde ihre Flächen insektenfreundlich pflegen und gestalten, die Landwirte Acker und Grünland extensiver bewirtschaften und unbewirtschaftete Randstreifen schaffen und die Vereine und Verbände können mit Informationen und Aktionen alle Beteiligten dabei unterstützen. So weit so gut, doch es bleibt viel zu tun – jeder Beitrag ist wichtig!

Auf Initiative von Naturfreunden sollen nun auf Sinzinger Ackerflächen zusammen mit den Landwirten und Bürgern als Paten Blühflächen angelegt werden. Unsere Ortsgruppe unterstützt die Idee und wird diese gemeinsam mit dem OGV, dem Imkerverein und der Lokalen Agenda begleiten und koordinieren. Nach einer ersten Information im Mitteilungsblatt zum Ende des Jahres und ersten Gesprächen mit Landwirten planen wir, in 2020 erste Blühflächen anzulegen.

PV-Freiflächenanlage am Osterberg

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens wurde auch der BN um eine Stellungnahme gebeten. Grundsätzlich äußerten wir uns positiv, da diese Anlage einen weiteren wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten wird. Eine am Rande der Autobahn gelegene und nach Süden ausgerichtete Ackerfläche, ist als Standort gut geeignet. Wichtig war uns der Aspekt, dass eine Blendung der Anwohner am Gegenhang ausgeschlossen ist. Die Errichtung einer PV-Freiflächenanlage bedeutet nur einen geringen, zeitlich begrenzten Bodeneingriff und eine geringe Flächenversiegelung. Da die Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen wird, kommt dies der Natur zugute. Allerdings sprachen wir uns gegen die Herausnahme einer Teilfläche aus dem Landschaftsschutzgebiet aus und schlugen vor, den im Schutzgebiet gelegenen Bereich der Ackerfläche als Ausgleichsfläche zu entwickeln. Diesem Vorschlag wurde nicht nachgekommen, jedoch steht die Untere Naturschutzbehörde im Gespräch mit der Gemeinde, das Landschaftsschutzgebiet am so genannten „Osterberg“ an anderer Stelle zu erweitern. Dies unterstützen wir ausdrücklich. Keinesfalls befürworten wir eine weitere Ausdehnung des Gewerbegebietes am Osterberg hangabwärts.

Notwendig fänden wir aber, dass die Gemeinde Sinzing darüber hinaus die Nutzung von Dachflächen für PV-Anlagen aktiv fördern und z.B. im Rahmen von Bebauungsplänen auch fordern würde – Freiflächen sind begrenzt, Dachflächen dagegen sind „eh da“ und dürfen in Zukunft nicht ungenutzt bleiben.


Rückblick 2018

Baumaßnahmen halten uns auch weiter in Atem. Zur „Wohnanlage Jakobssiedlung“ haben wir eine ablehnende Stellungnahme abgeben. Unserer Meinung nach ist die direkt an der Staatsstraße in Richtung Bruckdorf bzw. Kelheim an einem Nordhang gelegene Fläche außerhalb der eigentlich geschlossenen Ortschaft für Wohnbebauung aus mehreren Gründen wenig geeignet: bisheriger Gewerbestandort, Schall- und sonstige Emissionen der umliegenden Gewerbebetriebe und des Verkehrs auf der Staatsstraße, Schattenlage).

 

Im Februar fand eine Sondersitzung des Gemeinderates zum Bebauungsplan Windpark Sinzing statt, bei der wir wie auch der Agenda-Arbeitskreis Energie präsent waren, um unsere Unterstützung der Planungen zu demonstrieren. Wie auch der AK Energie sind wir der Meinung, dass Sinzing mit den geplanten Windkraftanlagen vor Ort einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende und damit zum Klimaschutz leisten kann.

 

Im Mai fand ein Termin mit Bürgermeister Grossmann zu den Ausgleichsflächen statt. Die bestehenden Ausgleichsflächen sind in Plänen und in einer Tabelle festgehalten. Dies wurde zwischenzeitlich nachgeholt. Derzeit sind noch nicht alle Ausgleichsflächen entwickelt, so z.B. für das Baugebiet Donaublick. Hier sind Ausgleichsflächen im Zuge der Schaffung von Retentionsraum an der Donau vorgesehen. Sukzessive wollen wir nun überprüfen, ob die Entwicklungsziele der Ausgleichsflächen erreicht wurden oder hier Handlungsbedarf besteht.

 

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens zur Umgestaltung des Donauvorlandes an der Donau hatten wir uns Ende 2017 im Rahmen einer Stellungnahme sowie bei der späteren Anhörung am Landratsamt positiv zu den mit dem Vorhaben verfolgten Zielen, insbesondere der Aufwertung der Donau als Lebensraum und der Neuschaffung von Retentionsraum, geäußert. Besonders positiv bewerten wir die Selbstentwicklung eines Auwaldes. Für die Naherholung wiesen wir darauf hin, dass diese möglichst extensiv erfolgen sollte, um nicht in Konflikt mit den Zielen der Auwald- und Extensivwiesenentwicklung zu geraten.

 

Das Städtebauliche Entwicklungskonzept wurde mit weiteren Treffen der Lenkungsgruppe fortgeführt und mittlerweile zum Abschluss gebracht. Eine in diesem Rahmen durchgeführte Befragung der Bevölkerung anhand eines an alle Haushalte ausgegebenen Fragebogens führte zu wertvollen Erkenntnissen hinsichtlich der Entwicklungszielen und der Bewertung des Istzustandes.

 

Für die Umsetzung der ersten Entwicklungsziele wurde mittlerweile ein Sanierungsgebiet „Ortsmitte Sinzing“ festgelegt. Im Rahmen der vorbereitenden Untersuchung werden wir als Träger öffentlicher Belange beteiligt. Das Ziel der nachhaltigen Entwicklung im Bereich der Bruckdorfer Straße insbesondere durch eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität sehen wir positiv, wobei die geplanten Maßnahmen zur Einbindung des Landschaftsraumes Schwarze Laber als Erholungs- und Freizeitraum innerhalb der Siedlungsstruktur auch kritisch zu begleiten sind, um eine Beeinträchtigung der stellenweise vorhandenen naturnahen Rückzugsflächen für Flora und Fauna zu vermeiden.

 

Der Ausbau der Bahnhofstraße und die im Vorfeld durchgeführten Baumfällungen erfüllen uns mit Trauer und auch mit Sorge um die weitere Entwicklung. Die alleeartige Einsäumung der Bahnhofstraße war bisher prägendes Bestandteil des Ortsbildes und aufgrund der besonderen Aufenthaltsqualität von Fußgängern und Radfahrern sehr geschätzt. Auch im Leitbild der Gemeinde ist die Erhaltung der Allee festgeschrieben.

 

Umso bestürzter waren wir, als zunächst am Pfingstsamstag Baumfällmaßnahmen ohne vorherige Information des amtlichen Naturschutzes durchgeführt wurden. Dabei handelte es sich um stattliche Bäume, die z.T. sogar Nisthöhlen aufwiesen. Wie sich herausstellte, wurde bereits vor mehreren Jahren eine von den Bäumen ausgehende Verkehrsgefährdung festgestellt, woraufhin Pflegemaßnahmen vereinbart worden sind. Warum diese dann nicht zeitnah außerhalb der Brutsaison durchgeführt wurden, konnte im Nachhinein nicht vollständig geklärt werden, auch nicht, ob ein moderater Rückschnitt nicht ausreichend gewesen wäre. Bei einem Ortstermin wurde vereinbart, dass in Zukunft anstehende Baumpflegemaßnahmen in einem Protokoll mit Lageplan festgehalten sowie deren Durchführung rechtzeitig angekündigt werden.

 

Ein Grund für den Ausbau der Bahnhofstraße ist der anstehende Neubau der Rad- und Fußgängerbrücke von Sinzing nach Regensburg, den wir grundsätzlich begrüßen. In diesem Zusammenhang beschäftigten wir uns dann intensiver mit den Planungen. Da bei Straßenbaumaßnahmen der Gemeinde keine öffentliche Auslegung der Pläne und keine Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange durchgeführt werden, hatten wir bis dorthin keine Einsicht in die Pläne. Bestürzt über die Ausmaße des geplanten Ausbaus der Bahnhofstraße, die inklusive Rad- und Fußweg von ca. 5,5 m Breite auf ca. 11 m verbreitert werden soll, richteten wir uns in einem Schreiben an Bürgermeister Grossmann, der daraufhin ein Treffen mit Vertretern der Gemeinde sowie des Planungsbüros ermöglichte und schließlich eine Ortsbegehung mit Vertretern des BN und anderen Interessengruppen durchführte. Während sich die Planer auf allgemeine Ausbaustandards beriefen und die damit einhergehende Aufwertung der Qualität für Radfahrer und Fußgänger ins Feld führten, verwiesen wir darauf, dass selbst auf deutlich stärker frequentierten Straßen in der Stadt Regensburg wie der Dr.-Gessler-Straße ein Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn ausreichend sei. Im Gegenteil sehen wir in einem kombinierten Fuß- und Radweg für beide Richtungen eher Konfliktpotenzial und Gefährdungssituationen. Leider konnten wir kein grundsätzliches Überdenken der bereits beschlossenen Planung mehr erreichen, jedoch verständigten wir uns darauf, dass der erste Bauabschnitt auf Höhe des Wertstoffhofes beendet und damit die Fällung der beiden stattlichen Bäume bei der Pizzeria verhindert wird.

 

Zum Schluss sollen auch der von uns gemeinsam mit dem OGV Sinzing im März veranstaltete Vortrag mit Herrn Sedlmeier zum Thema „Natur im Garten und in der Siedlung – noch nie so wichtig wie heute!“ sowie die Naturkundliche Wanderung durch naturnahen Eichen- und Buchenwälder im Ludwigshain / Hienheimer Forst mit Herrn Engeßer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im September nicht unerwähnt bleiben. Beide waren sehr gelungene Veranstaltungen und hinterließen bleibende Eindrücke.


Rückblick 2017

Nahtlos ans vorausgehende Jahr anschließend ging es in Sinzing weiter mit „außerplanmäßigen“ Bauvorhaben. Während nun das geplante Wohnhaus voraussichtlich und das Eisenbahnmuseum nicht verwirklicht werden, wurden nun Anträge auf ein Gewerbegebiet in Viehhausen – im Außenbereich beim Feuerwehrhaus – und der „Wohnanlage Jakobsiedlung“ auf bisherigen Gewerbeflächen am Ortsausgang von Sinzing in Richtung Bruckdorf positiv beschieden, auch wenn beides im Gemeinderat selbst umstritten war. Da müssen also in Sinzing in Nordhanglage direkt an der Staatstraße und damit für Wohnbebauung nicht gerade prädestiniert nun Gewerbeflächen weichen, während andernorts im Außenbereich, normalerweise nicht genehmigungsfähig, neue Flächen ausgewiesen werden. Begründung: Ortsansässige Gewerbebetriebe möchten sich vergrößern und finden in Sinzing keine geeigneten Flächen - klingt doch irgendwie verquer. Gegen die Ausweisung des Gewerbegebietes in Viehhausen haben wir in der Mittelbayerischen Stellung bezogen. Die Pläne zur „Wohnanlage Jakobssiedlung“ liegen derzeit öffentlich aus, wir werden die Pläne einsehen und voraussichtlich eine Stellungnahme abgeben.

 

Im Frühling führte uns Herr Engeßer, AELF, durch den Forst beim Walderlebniszentrum bei Riegling. Auslöser waren die zu Beginn des Jahres durchgeführten Erntemaßnahmen, die deutliche Spuren im Waldboden zurückließen und Anwohner auf den Plan riefen. Wir wollten uns über die Waldbewirtschaftung und insbesondere über die modernen Erntetechniken unterrichten lassen. Während die fachliche Meinung sich klar für große Harvester und Rückegassen ausspricht, weil der Boden abseits der Rückegassen dann nicht mehr durch Befahren belastet wird, stellt es einem als Naturfreund z.T. schon die Haare zu Berge, wenn man die vielen Rückegassen und Schotterpisten als Erschließungswege für die Holztransporter den Wald durchziehen sieht … Klar ist aber auch, dass früher nicht alles besser war und bei der heutigen Bewirtschaftung von Nutzwäldern viel nachhaltiger und umweltbewusster geplant wird wie vor Jahrzehnten - zumindest in der Theorie, denn dass die Waldarbeiten beim WEZ nicht ganz fachmännisch ausgeführt worden sind, konnte nicht von der Hand gewiesen werden, falsche Jahreszeit und Witterung sowie eine zu geringe Personaldecke bei den Forstarbeitern sind wohl Ursache. Eine Krux ist auch, dass heute gerade die Nachhaltigkeit und die damit verbundene verstärkte Nutzung von Holz als Brenn- und Baustoff zu steigendem Nutzungsdruck führt, der einer weiteren Ausdehnung von Naturwäldern, wie vom Naturschutz gefordert, schwierig macht – das Problem zu exportieren ist schon gar nicht zu verantworten.

 

Letzten Sommer fand in Sinzing der Tag der Offenen Gartentür statt. Vom OGV Sinzing wurden wir eingeladen, uns mit einem Info-Stand beim Schulgarten, der bei dieser Gelegenheit mit präsentiert werden sollte, zu beteiligen. Der Schulgarten wurde zusammen mit der Neugestaltung der Außenflächen der Schule nach dem Neubau der Dreifachturnhalle angelegt und im Jahr 2006 eingeweiht. Der Bund Naturschutz hatte sich dabei sowohl mit finanziellen Mittel als auch bei der aktiven Umsetzung maßgeblich beteiligt. Leider wird der Schulgarten seit längerer Zeit nicht mehr im Rahmen des Schulunterrichtes genutzt. Auch wenn wir es eigentlich als Aufgabe der Eigentümerin des Schulgartens sehen, diesen zweckgemäß zu nutzen und zu pflegen, kamen wir der Einladung des OGVs nach und konnten unter seiner Federführung den Schulgarten wieder auf Vordermann bringen. Der Infostand am Schulgarten während des Tages der offenen Gartentür gemeinsam mit dem Imkerverein und der Sinzinger Kräuterpädagogin Gabriele Muhme war ein Erfolg und die Mühen wert. Zu hoffen bleibt, dass der Schulgarten Sinzing in absehbarer Zeit wieder sinnvoll genutzt wird, ob im Unterricht, bei der Nachmittagsbetreuung oder durch eine Kindergruppe, die zu Gründen der OGV geplant hat.

 

Im Landratsamt war im Sommer die Ausstellung „Tatort Garten - Ödnis oder Oase“ der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut im Foyer zu Gast – sehenswert und erschreckend zugleich, da man die „Steinwüsten“ mittlerweile überall, besonders in Neubaugebieten, finden kann. Mag zunächst adrett ausschauen, kommt aber ohne chemische „Pflege“ in der Folge kaum aus und ist für die Natur „verlorene Liebesmüh“. Die Ausstellung ist längerfristig ausgebucht, da bot sich an, zumindest im Mitteilungsblatt der Gemeinde darüber zu berichten und dies einem Bericht über den Tag der Offenen Gartentür mit sehr vorbildlichen Gärten gegenüberstellen. Klappte leider nicht ganz wie geplant, da die beiden Berichte nicht auf benachbarten Seiten abgedruckt wurden und leider nur in Schwarzweiß – Recht auf Farbe hat nur die zahlende Werbung, dabei hätte sich die Farbe hier echt gelohnt. Hoffentlich haben die Artikel dennoch viele zum Nachdenken und, bezüglich der naturnahen Gärten, Einige zum Nachmachen angeregt.

 

Derzeit wird in Sinzing ein Städtebauliches Entwicklungskonzept erarbeitet, bei dem sich der Bund Naturschutz im Lenkungsausschuss einbringt. Auch bei der erst vor fünf Jahren zum Abschluss gebrachten Leitbildentwicklung hatten wir uns bereits mit gewissem Erfolg beteiligt. Positiv beim jetzigen Verfahren sind die geplanten „Bürgerwerkstätten“. Eigentlich wichtig ist aber, das bestehende Leitbild kontinuierlich umzusetzen und nachzuführen. Natürlich ist auch jetzt wieder die Verkehrssituation ein Thema. Wir sprechen uns weiterhin für die geplante neue Fahrrad- und Fußgängerbrücke bei der jetzigen Eisenbahnbrücke bei Kleinprüfening sowie einer weiteren Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und einer Reduzierung des Individualverkehrs aus. An dem im Landkreis Regensburg eingeführte Modellvorhaben E-Carsharing beteiligt sich die Gemeinde Sinzing leider bisher nicht – schade, das städtische HeyEarl ist ein riesen Erfolg!


Rückblick 2016

Im letzten Jahr hatten wir uns insbesondere mit einigen geplanten Bauvorhaben im Außenbereich zu beschäftigen. Dies ist auch Ausdruck des zunehmenden Siedlungsdrucks auf Sinzing als stadtnahe Umlandgemeinde. Umso wichtiger wäre es, die weitere Siedlungsentwicklung vorausschauend zu planen und nicht erst auf Bauanfragen zu reagieren, wie es in letzter Zeit gehäuft geschieht. In zwei Fällen geht es um Bauanträge außerhalb geschlossener Siedlungen im Landschaftsschutzgebiet, zum einen um den Bau eines Wohnhauses, zum anderen um ein geplantes Eisenbahnmuseum im Labertal. Dazu sind wir im Gespräch mit Gemeinderäten, mit Anwohnern sowie mit den behördlichen Fachleuten und haben uns in einem Fall auch schriftlich an das Landratsamt gewandt. Auch wenn die amtlichen Naturschutzfachleute aufgrund der rechtlichen Vorgaben meist ablehnend Stellung nehmen, wird häufig auf politischer Ebene darüber hinweg positiv beschieden.

Zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan der geplanten Windkraftanlagen im Grenzbereich zum Kelheimer Forst haben wir schriftlich Stellung genommen. Grundsätzlich begrüßen wir es, dass die Gemeinde Sinzing trotz der bayerischen "10H-Regelung", die die Privilegierung des Baus von Windkraftanlagen im Außenbereich stark einschränkt, ihre Spielräume nutzt und unter Berücksichtigung natur- und immissionsschutzrechtlicher Vorgaben Baurecht für die im Genehmigungsverfahren befindlichen Windkraftanlage schafft.
Einzig bei einer nicht in gemeindlichem Eigentum befindlichen Ausgleichsfläche haben wir angemahnt, sicherzustellen, dass diese unbefristet zur Verfügung steht.

Mit dem Thema Ausgleichsflächen, deren Zustand und Erhalt, werden uns über die Jahreswende hinweg auch in 2017 beschäftigen.

Mit dem OGV Sinzing und Hausmeister Göbel von der Schule Sinzing haben wir im KiFö-Sommerferienprogramm einen Basteltag zum Bau von Insektenhotels durchgeführt.

Neben unseren öffentlichen Sitzungen finden wir uns regelmäßig auch zu privaten Treffen zusammen, so machen wir ein Sommerfest und richten ein Weihnachtsessen aus.

Wir freuen uns über die vielen Bund-Naturschutz-Mitglieder in der Gemeinde Sinzing, ganz besonders würde uns freuen, wenn im neuen Jahr weitere Aktive zu uns finden.

Susanne Stangl


Rückblick 2015

Wir von der Ortsgruppe Sinzing sind weiterhin aktiv in Sachen Klimaschutz und führen jährlich an bis zu drei Terminen die Aktion mit der Wärmebildkamera durch, bei der unsere ehrenamtliche Kamerafrau Aufnahmen von Wohngebäuden nach vorheriger Terminvereinbarung (unter 09404/8389) macht, um Wärmelecks auf die Spur zu kommen.

 

Im vergangenen Jahr haben wir zusammen mit der Grünen-Fraktion eine Informationsveranstaltung zum Thema TTIP in Sinzinger Kulturhaus durchgeführt. Die große Zahl der Besucher und die rege Diskussion nach den Vorträgen von Dr. Uwe Brandl (Präsident des Bayerischen Gemeindetages) und Jürgen Mistol (Landtagsabgeordneter aus Regensburg) zeigen die große Betroffenheit der Bürger, die in der Mehrheit eine Einschränkung ihrer Rechte als Bürger und Verbraucher befürchten.

 

Wir setzen uns für die Bewahrung naturnaher Landschaftsbestandteile ein und werden für deren Erhalt aktiv. So konnten wir heuer die geplante Fällung einer „schattenspendenden“ Linde verhindern, indem wir zusammen mit Herrn Sedlmeier vom Landschaftspflegeverband beratend tätig wurden und daraufhin ersatzweise ein Ausasten im unteren Bereich der Krone für mehr Licht und Durchblick sorgen konnte. Zudem geben wir Stellungnahmen ab und tauschen uns mit den amtlichen Fachleuten aus, wenn geplante Bauvorhaben zu unnötigen Eingriffen in Natur und Landschaft führen. Obwohl die amtlichen Fachleute sich meist gegen solche Projekte aussprechen, kommt es leider häufig genug doch zu Genehmigungen, da das Landratsamt auf oberster Ebene hier eher bereitwillig Ausnahmen zur Regel macht. Wir sprechen uns klar gegen eine weitere Zersiedelung der Landschaft aus, insbesondere wenn Landschaftsschutzgebiete betroffen sind.

 

Susanne Stangl

 


Rückblick 2014


Rückblick 2010

Die Ortsgruppe Sinzing beendet das Jahr 2010 mit einem weinenden und einem lachenden Auge:

  • Die Aktiven in der Ortsgruppe bleiben durch persönliche und berufliche Pflichten in der Ausübung ihres Ehrenamtes stark eingeschränkt.
  • Die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen erbrachte der Vorstandschaft mit dem neuen 2. Vorsitzenden Zuwachs und frischen Wind.
  • Besondere Freude bereitet der große Zuwachs an Neumitgliedern, die die BN-Werbeaktion erbrachte, die Gemeinde Sinzing zählt jetzt 223 Bund-Naturschutz-Mitglieder!

Die Schwerpunkte der Ortsgruppe sind weiterhin:

  • Energiesparen und der Einsatz von erneuerbaren Energien - Haushalts-Checks mit Wärmebildkamera und Strommessgerät
  • Mitwirken bei der Überarbeitung des Sinzinger Landschafts- bzw. Flächennutzungsplanes
  • Fördern der naturnahen, extensiven Landnutzung und -entwicklung

Die Vorstandschaft bringt sich im Rahmen der Lokalen Agenda Sinzing („Zukunftswerkstatt“) bei der Überarbeitung des Sinzinger Landschafts- und Flächennutzungplanes ein. Die aktiven Bürger stellten sich das Ziel,Sinzing zu einer Energiespar- und schließlich zu einerenergieautarken Gemeinde zu entwickeln. Das klare Bekenntnis der Entscheidungsträger dazu steht aber noch aus.

 


Rückblick 2008

Infoveranstaltung: Energiesparen in den eigenen vier Wänden

Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Energie und Rohstoffe der Lokalen Agenda 21 veranstalteten wir Ende Januar einen Infoabend dazu, wie man mit Energiesparen in den eigenen vier Wänden und dem Wechsel zu alterna­tiven Stromanbietern selbst zum Klimaschutz und zur Förderung regenerativen Energien beitragen kann. Die Veranstaltung war mit etwa 50 Leuten gut besucht. Es sprachen Evi Pschorr-Schoberer, Physikerin und aktiv im Landesarbeitskreis Energie und Klima des BN,  sowie Georg Heim, Energieberater der Deut­schen Energie-Agentur (Dena). Fazit: Es führt kein Weg vorbei am Energiesparen und Aus­wei­chen auf regenerative Energieträger. Keine Angst: Es muss deshalb nicht auf Komfort verzichtet werden, wenn man ein­fache Energie­spartipps befolgt (www.ecotopten.de). Energieberater erstellen für jeden individuell einen komplet­ten Sanierungsplan, mit dem bei der eigenen Hausbank dann güns­tige Kre­dite von der KfW oder sonstige Fördermittel beantragt werden können.

 

Exkursionen

Dem Wandel der Natur im Laufe der Jahreszeiten nachspüren, war das Motto der „Jah­reszeitenwanderungen“ von Heinz Zacke, die er in Zusammenarbeit mit der Kreisgruppe ausrichtete. Der Auftakt fand mit der Sommerwanderung durch das Tal des Großen Regen von Bayerisch Eisenstein nach Zwiesel statt. Die Herbstwanderung führte uns im Oktober in den Vorwald rund um Wiesenfelden, entlang von Weihern, Mooren, Wiesen und Wäldern. Aufgrund der großen Nachfrage bot Heinz Zacke auch heuer wieder eine Schachten-wanderung an. Im Rahmen der Regi­onaltage führten wir zusammen mit der Kreisgruppe Regensburg und den Jura-Weg-Weisern eine Literarische Mühlenwanderung von Laaber nach Eichhofen durch.

 

Schulgarten Sinzing

Bei einem Vorgespräch mit Rektor Thieme verein­barten wir, bis zur Lehrerkonferenz im Frühjahr zusammen mit dem OGV Sinzing Ideen für die Nutzung des Schulgartens im Unterricht zu entwickeln, die den Lehrern an die Hand gegeben werden können. Gesagt, getan: Im Frühjahr übernahm jede Klasse einen Abschnitt des Schulgartens und kümmerte sich für das Sommerhalbjahr um dessen Pflege. Wir hoffen, Schülern und Lehrern hat es Freude gemacht und wünschen den großen und kleinen Gärtnern einen „grünen Dau­men“ und viel Schaffenskraft für den nächsten Sommer.

 

Kurzumtriebskulturen in Sinzing – ja oder nein?

Landwirte aus der Gemeinde Sinzing beantragten den Anbau von sogenannten Kurzumtriebskulturen oder „Energiewäldchen“, unter anderem auf Flächen, die direkt an Besiedlung grenzen. Von betroffenen Anliegern aufmerksam gemacht, erarbeiteten wir uns in aller Kürze ein Meinungsbild und richteten uns mit einer Stellungnahme an den Gemeinderat.

Grundsätzlich spricht sich der BN für die Nutzung nachwachsender anstelle fossiler Rohstoffe aus, wenn dies in der Gesamtbilanz zu einer deutlichen Senkung des CO2-Ausstoßes bei­trägt, was bei den Kurzumtriebskulturen der Fall ist. Aber auch dann muss aus unserer Sicht erst geprüft und bewertet werden, ob der jeweilige Standort  geeignet ist.

Insgesamt gilt es zu überlegen, ob es langfristig sinnvoll ist, auf fruchtbarem Ackerland Brennstoffe anzubauen. Stellen wir nach und nach auf ökologischen Landbau und weitestgehende Eigenversorgung um, können wir nicht im großen Stil auf die begrenzt vorhandenen Anbauflächen verzichten.

Die Verwertung von vorhandenem Schwach- und Schadholz sollte Vorrang haben, da dies eine noch bessere Energiebilanz aufweist. Und - die beste Alternative für den Klimaschutz bleibt eindeutig die Reduzierung unseres Energie­verbrauchs!

 

Kindergruppenaktionen und Familienerlebnistage

Auch in diesem Jahr machten wir wieder einige Aktionen mit unserer Kindergruppe, so hatte sie im Sommer einen Erlebnisnach-mittag im Park, im Herbst besuchte sie das Walderlebniszent­rum und im Winter stattete sie dem Biobauernhof der Zollers in Dürnstetten einen Besuch ab. Gemeinsam mit den Eltern besuchten wir im Juni auf Einladung der Ameisenfreunde den Waldlehrpfad bei Beratzhau­sen und kehrten anschließend im Kuhstallcafé in Ilkofen ein.

Da uns derzeit eine feste Leitung der Kindergruppe fehlt, bieten wir im kommenden Jahr vermehrt Familienerlebnistage an. Deshalb: Wer Interesse zur Mitarbeit oder Ideen hat, bitte bei Angela Denbsky-Gombert (09404/8389) oder Claudia Braun (0941/31623) melden!

 

Kommunale Entwicklung im Einklang mit Umwelt- und Naturschutz

Bereits im letzten Jahr hat­ten Viehhausener Gewerbetreibende Interesse an einer Ansiedlung von Gewerbe im Umfeld des neuen Feuerwehrhauses kundgetan. Abgese­hen davon, dass in Sinzing genügend Gewerbeflächen zur Bebauung zur Verfügung stehen, hätte die Bebauung im Außenbereich eine weitere Zersiedlung und Beeinträchtigung des Landschaftsbildes bedeutet. Zum Glück zerschlugen sich diese Planungen zwischenzeitlich in Vorverhandlungen mit den Grundstückseigentümern.

In einem Gespräch mit Herrn Grossmann zur Entwicklung unserer Gemeinde sprachen wir über die Verbesserung des Nahverkehrs, den Labertal-Radwanderweg, die Gestaltung der ehemaligen Klärteiche in Hardt und die langfristigen Ziele im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung, so auch das Ziel, Sinzing zur Energiespargemeinde zu entwickeln. Das Gespräch war sehr informativ und konstruktiv. Wir hoffen, dass wir diesen Gedankenaus­tausch in der Zukunft regelmäßig fortsetzen können und dass die angesprochenen Ziele nach und nach auch umgesetzt werden.

 

Sonstiges

Wir beteiligten uns an der Sinzinger Energiesparmesse mit einer kleinen Ausstellung zum Klimawandel und einem Infostand mit Materialen zu Energieeffizienz, Klimaschutz, alternativen Stromanbietern, sowie Anbietern von Solaranlagen.

Bei unserer Jahreshauptversammlung ließen sich die Anwesenden nach dem formellen Teil mit Bildern und Berichten von Heinz Zackes jüngster Norwegenreise in den Süd­westen des schroffen, nordischen Landes entführen.

Mit dabei waren wir auch beim Fest des Kinderfördervereins zu seinem 20. jährigen Bestehen und führten ein Schnupperquiz durch.

Wir unterstützten die Kreisgruppe Regensburg am Caféstand bei den im Rahmen der Regionaltage stattfindenden „Schmankerltage in Eichhofen“.

Bei der Haus- und Straßensammlung vom 2. bis 8. Juni 2008  konnten wir diesmal nur an einem Termin sammeln und erzielten 185 EUR. Auch die Gemeinde unter­stützte uns wieder im Rahmen der Förderung der Jugendarbeit mit rund 191 EUR - herz­lichen Dank!

 

Einen ausführlichen Bericht über die Aktivitäten des vergangenen Jahres gibt es hier zum Download