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Stellungnahme zum MZ Artikel vom 11.03.2025: „Im Regensburger Osten: Kampf um zwei Industriehallen und 400 Jobs“

Dem BN ging bei den ehemaligen Schlämmteichen nie um „Natur oder Arbeitsplätze". Auch dem BN liegt an der Prosperität von Regensburg und an guten Lebensbedingungen in und um Regensburg.

13.03.2025
  • Seit über 10 Jahren weisen wir die Stadt als auch Herrn Schmack darauf hin, dass es in direkter Umgebung gute Möglichkeiten für Gewerbe gibt. Es fehlt beim BBP 195 unter vielen anderen Punkten auch an einer Alternativenprüfung unter Einbeziehung der Umgebung. Das war und ist ein zentraler Kritikpunkt.
  • Der nun in Aufstellung in der frühzeitigen Beteiligung befindliche BBP 290 (siehe Anlage) zeigt  wie es deutlicher nicht geht: Es gäbe in direkter Umgebung wohl eine sehr gute und flächenmäßig mit rund 15 Hektar sehr große Alternativfläche für Industrie- oder Gewerbehallen.  
  • Nach den Aufstellungsunterlagen der Stadt „…befinden sich die Grundstücke im Eigentum der Stadt Regensburg bzw. eines Dritten und sollen an den Vorhabenträger vermietet werden…"  Warum nicht auf der Fläche des BBP 290 Industriehallen und Energieerzeugung mittels Photovoltaik kombinieren?
    „Win-Win“ anstelle Arbeitsplätze gegen Natur! Aber natürlich hat man sicher x-Argumente, warum es im Bereich des BBP 290 nicht geht, „man hat ja jüngst beschlossen die Industriehallen ins Biotop des BBP 195 bauen zu wollen“. Wir sagen: „man realisiere im Bereich des BBP 290 die Hallen und die PV und zerstöre nicht die letzten wertvollen Klima- und Naturareale im Stadtgebiet!“
  • Eine PV- und Agri-PV-Anlage auf einer Fläche von rund 15 000 m² in diesem städtischen Entwicklungsbereich ist völlig fehl m Platz! Regensburg hat für PV noch so viele freie Dachflächen, Parkplatzflächen etc. Man tut als Stadt beim BBP 290 auf der einen Seite so, als hätte Regensburg Platz ohne Ende und direkt daneben soll eine wichtige Arten- und Klimaflächen bebaut werden, weil es anders nicht ginge. In Wirklichkeit sind Klimaflächen und Biotope in Regensburg rar geworden und schwinden weiter.
  • Abgesehen davon gibt es viele freie Gewerbeflächen; das zeigt ein kurzer Blick in einschlägige Internetseiten. Die geplanten Hallen des Herrn Schmack mögen vermietet werden, dafür stehen woanders die Hallen dann leer. Es ist ein ewiger Wettlauf
    der Flächenversiegelung zu Lasten von Natur und Umwelt!
  • Wir fordern daher den STOP des BBP 195. Rettet die Natur- und Klimafläche der ehemaligen Schlämmteiche! Der BBP 290 könnte zu einer Win-Win-Planung werden, wenn man will. Wir fordern und hoffen das.
  • Unsere Gegenargumente zum BBP 195 sind in unseren Stellungnahmen sehr deutlich formuliert. Siehe: BN Stellungnahme BBP195.
  • Herr Schmack behauptet schon seit Jahren, das Areal des BBP195 verliere ökologisch an Wert. Dem ist aber nicht so. Aus Sicht des BUND Naturschutz verändert sich zwar sein ökologischer Zustand, jedoch ohne Wertverlust – manche gefährdete Arten profitieren sogar von den Veränderungen. Und selbst wenn die Falschbehauptung stimmen würde: Einen Wertverlust untätig und planvoll auszusitzen und dies im Anschluss als Begründung für eine Bauberechtigung zu propagieren, ist weder mit dem Naturschutzrecht noch gesellschaftlicher Verantwortung vereinbar.  

    Zudem: Was ist von einem Gutachten des BBP195 zu halten, das zum Ergebnis kommt, dass dort Amphibien nicht relevant seien? Dabei haben freiwillige Helfer des BN im letzten Jahr dort etwa 1400 Amphibien vor dem Tod beim Überqueren der Kremser Straße gerettet. Wir haben hier die seltene Situation, dass jeweils beidseitig der viel befahrenen Straße sich sowohl Laichgebiete als auch Winterquartiere der Amphibien befinden. Und darüber hinaus noch seltene Vögel, Reptilien und Co.  
  • Wir geben als BUND Naturschutz der Klima- und Biotopfläche der ehem. Schlämmteiche -auch im Namen von LBV, DAV, NaturFreunde, Greenpeace und über 3400 Bürgerinnen und Bürgern eine deutliche Stimme;  zur Not auch vor dem höchsten deutschen Verwaltungsgericht in Leipzig.  

    Gez.  
    Raimund Schoberer  
    Bund Naturschutz in Bayern e.V.,  
    Kreisgruppe Regensburg 

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