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Wachstumspause für Regensburg 2020-2026 – 100% Einsatz und Zeit für eine nachhaltige Verkehrswende, neue Frei- und Erholungsräume sowie konsequenten Umwelt- und Klimaschutz

BN Regensburg schlägt Alarm: Stadt und Landkreis steuern bei einem "weiter so" auf ein nicht mehr beherrschbares Verkehrschaos zu.

06.11.2019

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Beitrag aus BN Aktuell

Der Bund Naturschutz Regensburg warnt aus aktuellen Anlass eindringlich vor weiterem ungezügelten Wachstum in Stadt und Landkreis Regensburg. Aktuell liegen dem Bund Naturschutz Planungen für erhebliche neue Siedlungsflächen zur Stellungnahme vor. So will z.B. die Gemeinde Nittendorf weitere 45 Hektar Wohnungsbaufläche in den Flächennutzungsplan aufnehmen oder die Gemeinde Zeitlarn ein riesiges Neubaugebiet (8,7 ha) erschließen. Die Gemeinde Donaustauf will das Landschaftsschutzgebiet zurücknehmen, um in Sulzbach ein großes Baugebiet erschließen zu können um nur einige Beispiele zu nennen. Auch die Stadt Regensburg baut in großen Umfang. Gleichzeitig ist Regensburg schon jetzt im Radio die mit am meisten genannte Stau-Metropole in Bayern.

Stadt und Landkreis Regensburg sind nun über 50 Jahre deutlich gewachsen. Über 50 Jahre, in denen die Siedlungsentwicklung nicht nur „schöne Natur-Flecken“ in Anspruch genommen hat, sondern auch 50 Jahre Entwicklung mit Schwerpunkt auf Automobilität und LKW-Verkehr und ohne integrales Konzept für Stadt und Landkreis gleichermaßen. Dieses Konzept fehlt aktuell immer noch.

Ein Umdenken hin zu einer gemeindeübergreifenden (besser regionalen) durchdachten Siedlungsentwicklung – auch nachsteuernd, um Fehler der Vergangenheit soweit irgend möglich rückgängig zu machen-  ist nicht wirklich zu erkennen. Es wird weiterhin durch jede einzelne Kommune für sich und für jedes Baugebiet ohne nähere Nachweise vielfach die gute Verkehrsanbindung und die gute MIV-Mobilität „postuliert“. Das ist aber nicht mehr der Fall!

Die aktuelle Verkehrsinfrastruktur ist weiterem Wachstum in der bisherigen Form nicht mehr gewachsen. Ein weiterer Straßenausbau wäre mit immensen Eingriffen für Mensch und Natur verbunden, extrem teuer und z.T. nicht wirklich realisierbar (z.B. A93). Eine deutliche Stärkung des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad, Fuß) braucht Zeit und kann nur erreicht werden, wenn wirklich umgesteuert wird und hier alle Verfügbaren Ressourcen eingesetzt werden.

Der BN fordert daher alle in Verantwortung stehenden Politiker in Stadt und Landkreis auf, Regensburg eine Wachstums-Verschnaufpause zu gönnen und die nächsten Jahre alle Ressourcen darauf zu verwenden, den Umweltverbund attraktiv und leistungsfähig zu machen. Weiteres Bauen ohne integralen Mobilitätsansatz für Stadt und Landkreis schadet der Region.

 

Viele Grüße 
Raimund Schoberer Vorsitzender Kreisgruppe Regensburg Bund Naturschutz in Bayern e. V.