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Pressemitteilung zu Abstand bei Rad- und Fußverkehr in Zeiten von Corona

BUND Naturschutz und ADFC Regensburg fordern als Teil des lokalen Aktions-bündnisses Verkehrswende autofreie Zonen, temporäre Radspuren auf mehrspurigen Straßen und Tempo 30 als Sofortmaßnahme.

Ziel ist „Physical Distancing“ im Rad- und Fußverkehr zu ermöglichen.

 

25.04.2020

Update:  Die Mittelbayerische Zeitung hat unsere Pressemitteilung im Artikel vom 23.04.2020 aufgegriffen und kommt insbesondere im Kommentar zum Schluss, dass das Anliegen "Unsinn" sei. Wir schließen uns dem nicht an und mahnen zur Vorsicht und stehen vollinhaltlich zur Pressemitteilung. U.a. das Robert Koch Institut empfiehlt einen Abstand von mindestens 1,5m und differenziert nicht "innen" oder "außen", wie ja z.B. auch die von den Ländern vorgegebenen Abstandsregeln bei Warteschlangen auch außerhalb der Geschäfte bzw. im Freien gelten. Ein Blick in das Internet z.B. zum Suchbegriffen "Corona Ansteckung Radfahren und Joggen" zeigt, dass bei Corona auch im Freien deutliche Vorsicht geboten ist.

 

Pressemitteilung zum Download

Raimund Schoberer und Dr. Klaus Wörle von BN und ADFC Regensburg: „Nur so kann die Einhaltung des geforderten Mindestabstands von 1,50 Metern im Fuß- und Radverkehr sichergestellt werden. Zudem könnten schwere Verkehrsunfälle und so die Krankenhäuser entlastet werden. Zudem ließe sich die Belastung der Luft mit Feinstaub und Stickoxiden auf diese Weise weiter reduzieren, was die Atemwege entlastet“.
Die bayrische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer hat dazu aufgefordert, in der Corona-Krise verstärkt das Rad zu nutzen. Wie der aktuell erforderliche Mindestabstand auf Rad-wegen eingehalten werden soll, die oft schmaler sind als 1,50 Meter, bleibt jedoch unklar. Das gleiche Problem stellt sich auf vielen Fußgängerwegen.
Ein auffälliges Beispiel in Regensburg ist die nördliche Kumpfmühler Straße, wo Fuß- und Radwege viel zu schmal sind, aber viel Fuß- und Radverkehr stattfindet und dem Kfz-Verkehr bis zu fünf Fahrspuren zur Verfügung stehen. Ebenso sollte in dem Zusammen-hang die bereits beschlossene, aber immer noch nicht umgesetzte Neuverteilung des Verkehrsraums in der östlichen Prüfeninger Straße jetzt erfolgen. Auch eine Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht – die somit die Fahrbahnbenutzung freistellt, damit zu geringe Abstände auf engen Radwegen besser vermieden werden können- ist eine weitere Option.
Bei der Einrichtung autofreier Zonen müssten selbstverständlich Ausnahmen für den ÖPNV, Einsatzkräfte, Müllabfuhr, Handwerker, Taxis sowie für notwendige Privatfahrten von Anwohnern*innen oder zur Arbeit bestehen bleiben.
Die kolumbianische Hauptstadt Bogota machte vor einigen Wochen mit Pop-Up-Fahrradwegen international Schlagzeilen. In Deutschland griff der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Idee auf und richtete innerhalb kürzester Zeit temporäre Fahrradwege auf mehrspurigen Straßen ein.
Weiterführende Links:
Pressemitteilung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg zur Einrichtung temporärer Radwege während der Corona-Pandemie.

Foto: Montage aus Fotos CC0 Pixabay