MenuKreisgruppe RegensburgBUND Naturschutz in Bayern e. V.

Die BN-Ortsgruppe Nittendorf

1. Vorsitzender:

Dr. Albrecht Muscholl-Silberhorn
Hofmarkstr. 23
93152 Nittendorf
Tel.: 09404/ 953248

e-mail: bund-naturschutz@albrecht-muscholl.de

Stellvertretende Vorsitzende: Brigitte Kreiser
Schatzmeister: Jürgen Mühle
Schriftführerin: Elisabeth Mayr (Stellvertreterin: Helga Pinkatschek)
Beisitzer: Dr. Winfried Bothe; Martin Faltermeier; Bernhard Mayr; Dr. Ulrich Mayr; Hannelore Sejpka-Beer

Monatstreffen

Jeden 2. Mittwoch im Monat treffen wir uns um 19:30 Uhr in der Brauerei-Gaststätte Eichhofen. Wir wollen dabei aktuelle Fragen besprechen, aber auch einfach gemütlich zusammensitzen. Auch hierzu sind Mitglieder und Nicht-Mitglieder herzlich eingeladen!


Rückblick 2018

AE-Fläche: Schwarze Laber Thumhausen
AE-Fläche: Naabhänge östlich Penk
AE-Fläche: Naabufer

Das Jahr 2018 stand unter anderem im Zeichen der ökologischen Ausgleichsflächen (AE-Flächen), die bei Bauvorhaben ausgewiesen, im Ökoflächenkataster registriert und einer ökologische Aufwertung unterzogen werden müssen. Dies nachzuverfolgen erfordert einen erheblichen detektivischen Spürsinn, vor allem aber Ausdauer und Frustrationstoleranz. In der Gemeinde Nittendorf entsprach keine der von uns aufgesuchten AE-Flächen den Erwartungen – soweit sich diese überhaupt aufstellen ließen: Selbst das Ökoflächenkataster schweigt sich über das Ziel der Aufwertung nämlich aus, falls die Flächen überhaupt ordnungsgemäß gemeldet wurden. Nachfragen führten entweder zu keiner (Gemeinde; seit Juni 2018!) oder zu ausweichenden und mitunter widersprüchlichen Antworten, die auf diverse Zuständigkeiten verweisen: Gemeinde, Planungsbüros, Landratsamt mit Unterer Naturschutzbehörde, Wasserwirtschaftsamt, staatliches Bauamt, Obere Naturschutzbehörde... Das Landesamt für Umwelt (LfU), bei dem die Informationen zusammenfließen müssten, war zumindest in dieser Hinsicht auskunftfreudig, zeigte sich aber überfordert bei den beiden größten, über zwei Hektar umfassenden Ausgleichsflächen auf Gemeindegrund. Die eine Fläche (mitten im FFH-Gebiet der Naabhänge) ist bis heute nicht gemeldet und hinsichtlich ihrer Lage unklar, die andere (am rechten Naabufer) hat über die Jahre komplett ihren Zuschnitt verändert, ohne dass dies an das LfU weitergegeben wurde. Somit unterliegen der dortige Badeplatz und ein intensiv bewirtschaftete Acker nicht mehr den Aufwertungsvorgaben... Auch die anderen AE-Flächen werfen Fragen auf: Kann man bei einer als Naturtoilette dienenden Heckenpflanzung oder einer als Schafpferch dienenden Wiese von Aufwertung sprechen? Ist ein ökologisch bereits hochwertiger Hang im FFH-Gebiet überhaupt aufwertbar? Macht es ökologisch Sinn, dass die einzige vorbildliche AE-Fläche komplett mit einem Edelstahlzaun umzäunt wurde? Und wer kümmert sich um die langfristige Überprüfung der Flächen? (Die Ortsgruppe wäre bereit dazu!)

 

Im Jahr 2018 traten wir in den Räumlichkeiten der Schlossbrauerei Eichhofen mit zwei Veranstaltungen an die Öffentlichkeit: Ein Vortrag im März über den Naturraum Nittendorf fand erfreulich hohe Resonanz. Vielen Zuschauern, aber auch späteren „Konsumenten“ der zugehörigen DVD, wurde offenbar erstmals bewusst, in was für einem faszinierenden, vielgestaltigen und artenreichen Naturraum die Gemeinde liegt.

 

Unsere traditionelle Herbstveranstaltung „Obstbörse“ sollte sich diesmal ganz dem Nachwuchs widmen. Bereits im Herbst 2017 wurden Schulen im ganzen Landkreis kontaktiert und Flyer verteilt, mit dem Ziel, Gruppen-Aktionen rund um das Thema Nachhaltigkeit zu initiieren. Attraktive Preise wurden ausgelobt, die auf dem Herbstfest durch eine Jury vergeben werden sollten. Trotz Nachfassens im Frühjahr beschränkte sich der Rücklauf auf drei Projekte von Kindern aus der Gemeinde – was deren Beitrag deshalb nicht abwertet. Die Preise wurden natürlich ausgeschüttet, die „Obstbörse“ ansonsten im gewohnten (und bei vielen Bewohnern der Region auch weiterhin beliebten) Stil durchgeführt. Das leibliche Wohl zumindest kommt dabei nie zu kurz.

 

Unser zusammen mit der OG Sinzing betriebenes Vogelhotel wurde einem Herbstputz unterzogen. Eine solche Aktion hängt vor allem davon ab, ob sich ein schwindelfreier „Klettermaxe“ findet, der sich per Leiter zu den teils in schwindelnder Höhe angebrachten Nistkästen vorwagt. Dieses Jahr bewiesen gleich zwei Freiwillige Heldenmut. Es stellte sich heraus, dass zwei der Kästen von ungebetenen, aber trotzdem willkommenen Gästen bezogen worden waren; sie beherbergten stattliche Hornissennester. In anderen, wenn auch nicht allen Nisthäuschen, fanden sich immerhin bestimmungsgemäß Vogelnester.

 

Schön übers Jahr verteilt wurde weiterhin Gemeindeboden versiegelt: Die neue Siedlung „Am Bauernfeld“ hat schon viele Rohbauten zu bieten, der neue Supermarktkomplex mit Rewe, Netto und Co. eröffnete seine Pforten, und der nächste Supermarktbau sowie ein Siedlungsgebiet in Thumhausen stehen schon in den Startlöchern. Da es sich bei den Flächen „nur“ um (ehemalige) Äcker handelt, sind die Einspruchmöglichkeiten für den Bund Naturschutz begrenzt. Die Zersiedelung unseres Landschaftsbildes geht also munter weiter.

 

Das Jahr ließen wir im privaten Rahmen bei unserer 2. Vorsitzenden Brigitte Kreiser ausklingen, wobei „Ausklingen“ nicht der richtige Begriff ist: Das Volksbegehren warf schon seine Schatten voraus – vom erfolgreichen Ausgang konnte man da noch nichts ahnen!

 

Albrecht Muscholl-Silberhorn

 


Rückblick 2017

Braunes Mönchskraut - Rote Liste 1
Küchenschellenrasen
Bauboom 1
Bauboom 2

Dass man die Ortsgruppe 2017 in der Öffentlichkeit kaum wahrnahm, heißt aber nicht, dass wir inaktiv gewesen wären.

In meist kleinem Kreise führten wir zum Beispiel Exkursionen durch. Eine führte uns am 19. April ins Ammerbachtal bei Amberg. Unser OG-Mitglied Florian Haas zeichnet dort für die Untere Naturschutzbehörde verantwortlich, und es war an der Zeit, auch mal einen Blick auf die höchst erfolgreichen Naturschutz-Projekte dieser nicht allzu fernen Stadt zu werfen. Auf das Landschaftsschutzgebiet Ammerbachtal kann man dort wirklich stolz sein: Der ehemalige Standortübungsplatz wurde 1999 von der Stadt Amberg erworben, um ein Industriegebiet zu planen, das allerdings durch einen Bürgerentscheid verhindert wurde. Seitdem unterstützt die Stadt das umfangreiche Pflege- und Entwicklungskonzept für das ausgedehnte Gelände. Das Konzept berücksichtigt ausdrücklich auch die Freizeitbedürfnisse der Bevölkerung – allerdings unter Auflagen. So gilt im Kernbereich ein Anleingebot für Hunde, das jedoch von besonders uneinsichtigen Hundebesitzern boykottiert wird.


Eine weitere Exkursion unternahmen wir am 27. Mai in die Tegernheimer Schlucht. Diese Bruchlinie markiert jenes geologische Ereignis, das für die Vielfalt des Landkreises Regensburg mit verantwortlich ist: Hier kollidierte einst der westliche Jura-Kalkstein mit dem östlichen Urgestein. Der Süden wurde zudem durch Eiszeiten und Donau gestaltet – und schon haben wir den richtigen Mix für einen Hotspot an Artenvielfalt!


Das Gros der Gemeindebürger konnte zumindest auf dem im zweijährlichen Wechsel stattfindenden Nittendorfer Bürgerfest mit uns in Kontakt treten, wo wir mit einem Stand präsent waren. In diesem wie im vergangenen Winter bot Waltraud Holzapfel zudem Fototermine mit der Wärmebildkamera an, wenn auch die Nachfrage mittlerweile überschaubar ist.


Ansonsten macht uns der Bauboom auf dem Gemeindegebiet weiterhin Sorgen. Da ökologisch sensible Flächen aktuell nicht unmittelbar betroffen sind, gibt es derzeit kaum Argumente zur Gegenwehr – aber auch der Verlust an Ackerfläche wird sich bald bemerkbar machen, da dieser zum Beispiel die dringend nötige Extensivierung auf den verbleibenden Flächen unmöglich macht. Ob der propagierte Zuzug junger Familien den Siedlungsbau rechtfertigt, wird sich zeigen. Und ob die Gemeinde wirklich drei weitere Supermärkte benötigt, darf zumindest diskutiert werden. Konkurrenz belebt das Geschäft – und vernichtet offene Bodenfläche, die auch dann nicht wieder gewonnen wird, wenn sich ein Verlierer des Wettbewerbs zurückzieht! Ein deutschlandweites, insbesondere aber auch bayerisches Problem, das uns noch lange beschäftigen wird.

 

Albrecht Muscholl-Silberhorn


Rückblick 2016

Der enorme Flächenverbrauch im Freistaat (täglich wird dort eine Fläche von durchschnittlich 30 Fußballfeldern versiegelt!) ist eines der zentralen Themen des BN auf Bundes- und Landesebene.
Aber auch in Nittendorf und den umliegenden Gemeinden haben Bauvorhaben zuletzt deutlich zugenommen, die für den Naturschutz zwar nicht alle gleich viel Relevanz besitzen, aufgrund des genannten Flächenschwundes aber kritisch zu bewerten sind.
Erklärtes Ziel der derzeitigen Gemeindepolitik ist die Bebauung aller nur irgendwie infrage kommenden Flächen, entgegen aktueller demographischer Prognosen vor allem mit Einfamilienhäusern. Zu diesen Bebauungsplänen bezogen wir regelmäßig schriftlich Stellung und begutachteten die betroffenen Flächen vor Ort.
Sorge bereitet uns, dass gültige Bebauungspläne ziemlich problemlos durch eine Folge von Sonder-genehmigungen "angepasst" werden können, selbst wenn ökologisch sensible Flächen wie Trockenrasen gefährdet sind.

Sorgen bereitet uns nach wie vor, wie "lässig" viele Bürger mit der Natur in ihrer Umgebung umgehen. Damit ist nicht nur die Vermüllung der Landschaft gemeint, die an bestimmten "Hot Spots" erschreckende Ausmaße hat, sondern auch die Anlage privater Kompostanlagen auf öffentlichem Grund.
So sinnvoll die Kompostierung von Gartenabfällen ist, so schädlich ist sie mancherorts für die Natur. Gerade die besonders wertvollen Magerstandorte unserer Gegend werden durch den zusätzlichen Nährstoffeintrag unwiederbringlich zerstört. Leider hält sich hartnäckig die Meinung, durch Kompostierung würde die Natur automatisch bereichert.

Nach der Sanierung des "Vogelhotels" in Obereinbuch im vergangenen Jahr war dieses Jahr das "Insektenhotel" an der Grundschule Nittendorf an der Reihe. Vier Aktive der Ortsgruppe ergänzten mit Hilfe von zwölf eifrigen und begeisterten Grundschülern und einer Lehrerin die vom BN vor vielen Jahren installierte Insektenwand um zahlreiche weitere Brutmöglichkeiten, vor allem für Wildbienen. Die Kinder lernten dabei einiges über die Gefährdung sowie ökologische Bedeutung dieser meist unscheinbaren Tiere und konnten mit Erstaunen feststellen, dass die gewünschten "Hotelgäste" auch tatsächlich "eincheckten".

Die aktiven Mitglieder unserer Ortsgruppe unternahmen in wechselnder Besetzung auch diverse Exkursionen, manche unspektakulär innerhalb der Gemeindegrenzen - wo jedoch durchaus Spektakuläres zu finden ist (was aber leider aus unserer Sicht viel zu wenige Bürger wissen beziehungsweise zu schätzen wissen). Andere Exkursionen gingen über die Gemeindegrenzen hinaus, zumeist im Zusammenhang mit Angeboten der Kreisgruppe, wie der Steinbruch bei Etterzhausen mit dem benachbarten Naturschutzgebiet am Greifenberg oder die extensiven Rinderweiden am Otterbach.

Unsere Traditions-Obstbörse in der Alten Mühle Eichhofen am 25. September stellte wieder unsere Hauptveranstaltung des Jahres dar. Unser diesjähriges, dem fünfhundertjährigen Jubiläum (sowie unseren Gastgebern der Brauerei Eichhofen) gewidmetes Motto "Reinheitsgebot" hat auf den ersten Blick weniger etwas mit Naturschutz als mit Biergenuss zu tun. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass der wichtigste Bestandteil des Bieres nicht Hopfen und Malz, sondern schadstofffreies Quellwasser ist, und dass weltweit agierende Bierkonzerne sowohl Rohstoffe als auch Produkte rund um den Globus transportieren, rückt der schonende Ressourcen-Umgang lokaler Erzeuger doch schnell in den Fokus. Glücklicherweise hat regionale Bierproduktion in der Oberpfalz noch immer einen hohen und (hoffentlich) dauerhaften Stellenwert.

Natürlich ging es auf der "Obstbörse" (mit dessen etwas irreführender Bezeichnung wir einerseits hadern, sie andererseits als etablierte Marke beibehalten wollen) nicht nur um alkoholhaltigen Gerstensaft, sondern in gewohnt ausgewogener Mischung auch um sonstiges körperliches Wohlbefinden mittels eines reichhaltigen Kuchenbüffets sowie Bratwurstgrills, frisch zubereiteten Softdrinks (dieses Jahr leckere Smoothies anstatt frisch gepressten Apfelsafts, der wegen Missernte ausfallen musste) sowie einer bunten Mischung aus Informations-, Bastel- und Verkaufsständen. Die Sonne meinte es ausgesprochen gut mit uns (so gut, dass am KG-eigenen Solarkocher erstmals der aus Kunststoff bestehende Topfdeckel wegschmolz). Die Gäste aus Nah und Fern kamen somit - so hoffen wir jedenfalls - in jeder Hin-sicht auf ihre Kosten.

Albrecht Muscholl-Silberhorn


Rückblick 2015

Das Jahr 2015 stand im Zeichen diverser Veranstaltungen und Festivitäten, auf denen es galt, für den Bund Naturschutz und seine Anliegen Präsenz zu zeigen, sei es in Eigeninitiative der Ortsgruppe oder im Schulterschluss mit der Kreisgruppe. So waren der BN auf der Jahrestagung der Naturfreunde e.V. in Schönhofen ebenso mit einem Stand vertreten wie auf den Bürgerfesten in Nittendorf und Regensburg. Auf dem Nittendorfer Bürgerfest meinte es das Wetter dann doch etwas zu gut mit uns: Bei 35 °C im Schatten (der uns ab ca. 15:00 Uhr jedoch nicht mehr vergönnt war…) lag unser Hauptaugenmerk eher darin, dem drohenden körperlichen Kollaps Paroli zu bieten als kritischen Bürgerstimmen. (Die Bürger dachten sich wohl Ähnliches und flüchteten sich mehrheitlich an den Badesee oder in den kühlen Keller.)

 

Unsere traditionelle „Obstbörse“ (die Umbenennung in „Familienfest“, um nicht mehr des Etikettenschwindels bezichtigt werden zu können, ist innerhalb der OG umstritten) fand wie gewohnt Ende September in der würdigen und zunehmend schönen Alten Mühle in Eichhofen statt. Sie stand unter dem Motto ‚Bienenweiden’ und war wieder ein Erfolg, wenn auch die große Zahl von Konkurrenzveranstaltungen in der Umgebung den Besucherstrom gegenüber dem Vorjahr merklich reduzierte. Seine Attraktivität verdankt unsere „Jahreshauptveranstaltung“ aber auch den vielen Partnern: Dem Imkerverein, dem OGV Pollenried, den Ingenieuren ohne Grenzen, den Jurawegweisern, dem Pilzexperten Zitzmann und diversen Anbietern ökologischer Produkte. Und natürlich nicht zuletzt der Unterstützung der Familie Schönharting, die – selbst BN-Mitglieder – ihre Mühle inklusive Logistik seit Jahren großzügig zur Verfügung stellt.

 

Unsere Tätigkeiten beschränkten sich jedoch nicht nur auf Veranstaltungen. Im tiefen Winter liegt ist Hochkonjunktur für die KG-eigene Wärmebildkamera, die auch in unserer Gemeinde zum Einsatz kommt.

Unser Vogelhotel (ein umgewandeltes ehemaliges Trafo-Häuschen) in Obereinbuch ist in die Jahre gekommen und wurde in Zusammenarbeit mit der OG Sinzing dieses Jahr instand gesetzt. Damit ist für die kommenden Jahre gesichert, dass den spontanen Mietern nicht buchstäblich der Boden unter den Füßen (bzw. Eiern) wegbricht.

Zudem veranstalteten wir Exkursionen in eher kleinem Rahmen, mit vogelkundlicher oder botanischer Ausrichtung. So lauschten wir u.a. den Stimmen unserer gefiederten Mitbürger rund um Undorf oder auch in der „fernen“ Pfatterer Au an der östlichen Landkreisgrenze.

Im Sommer dürften sich manche Bürger des Labertals gewundert haben, warum der BN für einen einzelnen gefällten Baum (nämlich eine nahe der Münchsmühle an der Laber gefällte Eiche) auf die Straße ging. Aber hier galt es ein Zeichen zu setzen, werden doch aus BN-Sicht die dem Baumschutz geltenden Gesetze vielfach nicht ernst genommen. (Die Eiche musste zudem ausgerechnet einem Wanderparkplatz weichen – was die dahinter stehende Idee eines sanften, ökologisch vertretbaren Tourismus ad absurdum führt.) Aus Sicht der OG Nittendorf gab es zu diesem Zeitpunkt aber noch andere, ganz massive Baumfrevel zu beklagen: Ende März wurde im Baugebiet „Am Angerberg“ großzügig gerodet. In noch größerem Umfang fielen die Bäume (es dürften zig – wenn nicht gar hunderte – gewesen sein) an anderer Stelle in Undorf, und das im Juni, also mitten in der Vogelbrutzeit. Eigentlich ist die Rodung von Bäumen zwischen dem 1. März und dem 31. September verboten.

Bei Nachfrage berief sich die Gemeinde auf die fehlende Baumschutzverordnung und versicherte, dass die Abwesenheit brütender Vögel zuvor durch Gemeindemitarbeiter überprüft worden war. Dass diese nicht ganz anspruchslose Aufgabe sorgfältig (wenn überhaupt) erfüllt wurde, darf bezweifelt werden – lässt sich im Nachhinein aber auch nicht mehr überprüfen. Die Untere Naturschutzbehörde stützte den Standpunkt der Gemeinde: Es handle sich lediglich um „Siedlungsgrün“, das gegebenenfalls auch in der Vogelbrut-Saison aktuellen Bauvorhaben weichen muss, und die Fällung sei behördlich angeordnet gewesen (Diese Behörde war offenbar die Gemeindeverwaltung). Wie das mit §44 des Bundes-Naturschutzgesetzes vereinbar ist, der die direkte oder indirekte Vernichtung von Vögeln unter Strafe stellt, ist uns als juristischen Laien nicht bekannt.

Auffällig ist aber, dass die Vorgehensweise der Gemeinde einem gängigen Schema zu folgen scheint: Zunächst werden ohne offizielle Ankündigung vollendete Tatsachen geschaffen, danach erst der demokratische Prozess unter Einbeziehung des Marktrates und das offizielle Genehmigungsverfahren unter Einbeziehung der zuständigen Behörden eingeleitet (von der Einbeziehung der Gemeindebürger soll hier erst gar nicht die Rede sein). So wurde z.B. in Nittendorf Ende 2014 überraschend und ohne erkennbaren Anlass ein Kleinbiotop mit naturnahem Teich entfernt. Der Grund: Möglichen (noch nicht existierenden) Investoren sollen im Vorfeld möglicher (noch nicht existierender) Bauvorhaben mögliche Probleme mit dem Naturschutz aus dem Weg geräumt werden. Ein ähnliches unorthodoxes Vorgehen wurde vom BN seinerzeit bei der geplanten Bebauung der sogenannten Jotzogrube moniert. Möglicherweise ist aber diese Art, effizient Politik zu betreiben, in bayerischen Gemeinden eher die Regel als die Ausnahme.

 

Jetzt sind wir selbst gespannt, was das Jahr 2016 so alles bringen wird. An strittigen Themen zwischen Naturschutz auf der einen, und privatwirtschaftlichen bzw. Infrastruktur-Projekten auf der anderen Seite wird es wohl kaum fehlen. Daneben werden wir aber, u.a. im Rahmen von Exkursionen, die wunderschöne Natur in (und außerhalb) des Gemeindegebietes genießen.

 

Albrecht Muscholl-Silberhorn