Die BN-Ortsgruppe Nittendorf

1. Vorsitzender:

Dr. Albrecht Muscholl-Silberhorn
Hofmarkstr. 23
93152 Nittendorf
Tel.: 09404/ 953248

e-mail: bund-naturschutz@albrecht-muscholl.de

Stellvertretende Vorsitzende: Brigitte Kreiser
Schatzmeister: Jürgen Mühle
Schriftführerin: Elisabeth Mayr (Stellvertreterin: Helga Pinkatschek)
Beisitzer: Dr. Winfried Bothe; Martin Faltermeier; Bernhard Mayr; Dr. Ulrich Mayr; Hannelore Sejpka-Beer

Monatstreffen

Jeden 2. Mittwoch im Monat treffen wir uns um 19:30 Uhr in der Brauerei-Gaststätte Eichhofen. Wir wollen dabei aktuelle Fragen besprechen, aber auch einfach gemütlich zusammensitzen. Auch hierzu sind Mitglieder und Nicht-Mitglieder herzlich eingeladen!


Rückblick 2016

Der enorme Flächenverbrauch im Freistaat (täglich wird dort eine Fläche von durchschnittlich 30 Fußballfeldern versiegelt!) ist eines der zentralen Themen des BN auf Bundes- und Landesebene.
Aber auch in Nittendorf und den umliegenden Gemeinden haben Bauvorhaben zuletzt deutlich zugenommen, die für den Naturschutz zwar nicht alle gleich viel Relevanz besitzen, aufgrund des genannten Flächenschwundes aber kritisch zu bewerten sind.
Erklärtes Ziel der derzeitigen Gemeindepolitik ist die Bebauung aller nur irgendwie infrage kommenden Flächen, entgegen aktueller demographischer Prognosen vor allem mit Einfamilienhäusern. Zu diesen Bebauungsplänen bezogen wir regelmäßig schriftlich Stellung und begutachteten die betroffenen Flächen vor Ort.
Sorge bereitet uns, dass gültige Bebauungspläne ziemlich problemlos durch eine Folge von Sonder-genehmigungen "angepasst" werden können, selbst wenn ökologisch sensible Flächen wie Trockenrasen gefährdet sind.

Sorgen bereitet uns nach wie vor, wie "lässig" viele Bürger mit der Natur in ihrer Umgebung umgehen. Damit ist nicht nur die Vermüllung der Landschaft gemeint, die an bestimmten "Hot Spots" erschreckende Ausmaße hat, sondern auch die Anlage privater Kompostanlagen auf öffentlichem Grund.
So sinnvoll die Kompostierung von Gartenabfällen ist, so schädlich ist sie mancherorts für die Natur. Gerade die besonders wertvollen Magerstandorte unserer Gegend werden durch den zusätzlichen Nährstoffeintrag unwiederbringlich zerstört. Leider hält sich hartnäckig die Meinung, durch Kompostierung würde die Natur automatisch bereichert.

Nach der Sanierung des "Vogelhotels" in Obereinbuch im vergangenen Jahr war dieses Jahr das "Insektenhotel" an der Grundschule Nittendorf an der Reihe. Vier Aktive der Ortsgruppe ergänzten mit Hilfe von zwölf eifrigen und begeisterten Grundschülern und einer Lehrerin die vom BN vor vielen Jahren installierte Insektenwand um zahlreiche weitere Brutmöglichkeiten, vor allem für Wildbienen. Die Kinder lernten dabei einiges über die Gefährdung sowie ökologische Bedeutung dieser meist unscheinbaren Tiere und konnten mit Erstaunen feststellen, dass die gewünschten "Hotelgäste" auch tatsächlich "eincheckten".

Die aktiven Mitglieder unserer Ortsgruppe unternahmen in wechselnder Besetzung auch diverse Exkursionen, manche unspektakulär innerhalb der Gemeindegrenzen - wo jedoch durchaus Spektakuläres zu finden ist (was aber leider aus unserer Sicht viel zu wenige Bürger wissen beziehungsweise zu schätzen wissen). Andere Exkursionen gingen über die Gemeindegrenzen hinaus, zumeist im Zusammenhang mit Angeboten der Kreisgruppe, wie der Steinbruch bei Etterzhausen mit dem benachbarten Naturschutzgebiet am Greifenberg oder die extensiven Rinderweiden am Otterbach.

Unsere Traditions-Obstbörse in der Alten Mühle Eichhofen am 25. September stellte wieder unsere Hauptveranstaltung des Jahres dar. Unser diesjähriges, dem fünfhundertjährigen Jubiläum (sowie unseren Gastgebern der Brauerei Eichhofen) gewidmetes Motto "Reinheitsgebot" hat auf den ersten Blick weniger etwas mit Naturschutz als mit Biergenuss zu tun. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass der wichtigste Bestandteil des Bieres nicht Hopfen und Malz, sondern schadstofffreies Quellwasser ist, und dass weltweit agierende Bierkonzerne sowohl Rohstoffe als auch Produkte rund um den Globus transportieren, rückt der schonende Ressourcen-Umgang lokaler Erzeuger doch schnell in den Fokus. Glücklicherweise hat regionale Bierproduktion in der Oberpfalz noch immer einen hohen und (hoffentlich) dauerhaften Stellenwert.

Natürlich ging es auf der "Obstbörse" (mit dessen etwas irreführender Bezeichnung wir einerseits hadern, sie andererseits als etablierte Marke beibehalten wollen) nicht nur um alkoholhaltigen Gerstensaft, sondern in gewohnt ausgewogener Mischung auch um sonstiges körperliches Wohlbefinden mittels eines reichhaltigen Kuchenbüffets sowie Bratwurstgrills, frisch zubereiteten Softdrinks (dieses Jahr leckere Smoothies anstatt frisch gepressten Apfelsafts, der wegen Missernte ausfallen musste) sowie einer bunten Mischung aus Informations-, Bastel- und Verkaufsständen. Die Sonne meinte es ausgesprochen gut mit uns (so gut, dass am KG-eigenen Solarkocher erstmals der aus Kunststoff bestehende Topfdeckel wegschmolz). Die Gäste aus Nah und Fern kamen somit - so hoffen wir jedenfalls - in jeder Hin-sicht auf ihre Kosten.

Albrecht Muscholl-Silberhorn


Rückblick 2015

Das Jahr 2015 stand im Zeichen diverser Veranstaltungen und Festivitäten, auf denen es galt, für den Bund Naturschutz und seine Anliegen Präsenz zu zeigen, sei es in Eigeninitiative der Ortsgruppe oder im Schulterschluss mit der Kreisgruppe. So waren der BN auf der Jahrestagung der Naturfreunde e.V. in Schönhofen ebenso mit einem Stand vertreten wie auf den Bürgerfesten in Nittendorf und Regensburg. Auf dem Nittendorfer Bürgerfest meinte es das Wetter dann doch etwas zu gut mit uns: Bei 35 °C im Schatten (der uns ab ca. 15:00 Uhr jedoch nicht mehr vergönnt war…) lag unser Hauptaugenmerk eher darin, dem drohenden körperlichen Kollaps Paroli zu bieten als kritischen Bürgerstimmen. (Die Bürger dachten sich wohl Ähnliches und flüchteten sich mehrheitlich an den Badesee oder in den kühlen Keller.)

 

Unsere traditionelle „Obstbörse“ (die Umbenennung in „Familienfest“, um nicht mehr des Etikettenschwindels bezichtigt werden zu können, ist innerhalb der OG umstritten) fand wie gewohnt Ende September in der würdigen und zunehmend schönen Alten Mühle in Eichhofen statt. Sie stand unter dem Motto ‚Bienenweiden’ und war wieder ein Erfolg, wenn auch die große Zahl von Konkurrenzveranstaltungen in der Umgebung den Besucherstrom gegenüber dem Vorjahr merklich reduzierte. Seine Attraktivität verdankt unsere „Jahreshauptveranstaltung“ aber auch den vielen Partnern: Dem Imkerverein, dem OGV Pollenried, den Ingenieuren ohne Grenzen, den Jurawegweisern, dem Pilzexperten Zitzmann und diversen Anbietern ökologischer Produkte. Und natürlich nicht zuletzt der Unterstützung der Familie Schönharting, die – selbst BN-Mitglieder – ihre Mühle inklusive Logistik seit Jahren großzügig zur Verfügung stellt.

 

Unsere Tätigkeiten beschränkten sich jedoch nicht nur auf Veranstaltungen. Im tiefen Winter liegt ist Hochkonjunktur für die KG-eigene Wärmebildkamera, die auch in unserer Gemeinde zum Einsatz kommt.

Unser Vogelhotel (ein umgewandeltes ehemaliges Trafo-Häuschen) in Obereinbuch ist in die Jahre gekommen und wurde in Zusammenarbeit mit der OG Sinzing dieses Jahr instand gesetzt. Damit ist für die kommenden Jahre gesichert, dass den spontanen Mietern nicht buchstäblich der Boden unter den Füßen (bzw. Eiern) wegbricht.

Zudem veranstalteten wir Exkursionen in eher kleinem Rahmen, mit vogelkundlicher oder botanischer Ausrichtung. So lauschten wir u.a. den Stimmen unserer gefiederten Mitbürger rund um Undorf oder auch in der „fernen“ Pfatterer Au an der östlichen Landkreisgrenze.

Im Sommer dürften sich manche Bürger des Labertals gewundert haben, warum der BN für einen einzelnen gefällten Baum (nämlich eine nahe der Münchsmühle an der Laber gefällte Eiche) auf die Straße ging. Aber hier galt es ein Zeichen zu setzen, werden doch aus BN-Sicht die dem Baumschutz geltenden Gesetze vielfach nicht ernst genommen. (Die Eiche musste zudem ausgerechnet einem Wanderparkplatz weichen – was die dahinter stehende Idee eines sanften, ökologisch vertretbaren Tourismus ad absurdum führt.) Aus Sicht der OG Nittendorf gab es zu diesem Zeitpunkt aber noch andere, ganz massive Baumfrevel zu beklagen: Ende März wurde im Baugebiet „Am Angerberg“ großzügig gerodet. In noch größerem Umfang fielen die Bäume (es dürften zig – wenn nicht gar hunderte – gewesen sein) an anderer Stelle in Undorf, und das im Juni, also mitten in der Vogelbrutzeit. Eigentlich ist die Rodung von Bäumen zwischen dem 1. März und dem 31. September verboten.

Bei Nachfrage berief sich die Gemeinde auf die fehlende Baumschutzverordnung und versicherte, dass die Abwesenheit brütender Vögel zuvor durch Gemeindemitarbeiter überprüft worden war. Dass diese nicht ganz anspruchslose Aufgabe sorgfältig (wenn überhaupt) erfüllt wurde, darf bezweifelt werden – lässt sich im Nachhinein aber auch nicht mehr überprüfen. Die Untere Naturschutzbehörde stützte den Standpunkt der Gemeinde: Es handle sich lediglich um „Siedlungsgrün“, das gegebenenfalls auch in der Vogelbrut-Saison aktuellen Bauvorhaben weichen muss, und die Fällung sei behördlich angeordnet gewesen (Diese Behörde war offenbar die Gemeindeverwaltung). Wie das mit §44 des Bundes-Naturschutzgesetzes vereinbar ist, der die direkte oder indirekte Vernichtung von Vögeln unter Strafe stellt, ist uns als juristischen Laien nicht bekannt.

Auffällig ist aber, dass die Vorgehensweise der Gemeinde einem gängigen Schema zu folgen scheint: Zunächst werden ohne offizielle Ankündigung vollendete Tatsachen geschaffen, danach erst der demokratische Prozess unter Einbeziehung des Marktrates und das offizielle Genehmigungsverfahren unter Einbeziehung der zuständigen Behörden eingeleitet (von der Einbeziehung der Gemeindebürger soll hier erst gar nicht die Rede sein). So wurde z.B. in Nittendorf Ende 2014 überraschend und ohne erkennbaren Anlass ein Kleinbiotop mit naturnahem Teich entfernt. Der Grund: Möglichen (noch nicht existierenden) Investoren sollen im Vorfeld möglicher (noch nicht existierender) Bauvorhaben mögliche Probleme mit dem Naturschutz aus dem Weg geräumt werden. Ein ähnliches unorthodoxes Vorgehen wurde vom BN seinerzeit bei der geplanten Bebauung der sogenannten Jotzogrube moniert. Möglicherweise ist aber diese Art, effizient Politik zu betreiben, in bayerischen Gemeinden eher die Regel als die Ausnahme.

 

Jetzt sind wir selbst gespannt, was das Jahr 2016 so alles bringen wird. An strittigen Themen zwischen Naturschutz auf der einen, und privatwirtschaftlichen bzw. Infrastruktur-Projekten auf der anderen Seite wird es wohl kaum fehlen. Daneben werden wir aber, u.a. im Rahmen von Exkursionen, die wunderschöne Natur in (und außerhalb) des Gemeindegebietes genießen.

 

Albrecht Muscholl-Silberhorn